
Investing.com – Laut einem neuen Bericht von BCA Research wurde die Widerstandsfähigkeit der demokratischen Institutionen in den USA trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der Regierungsführung unter Präsident Donald Trump unterschätzt, da verfassungsrechtliche Kontrollen weiterhin die Macht der Exekutive einschränken und das Vertrauen der Anleger bewahren.
Die Studie argumentiert, dass, obwohl die Rechtsstaatlichkeit in den Vereinigten Staaten in den letzten zwei Jahrzehnten geschwächt wurde und die politische Polarisierung weiterhin historische Höchststände erreicht, Institutionen wie der Oberste Gerichtshof, der Kongress, die Federal Reserve und staatliche Wahlsysteme weiterhin als sinnvolle Gegengewichte zur Autorität des Präsidenten fungierten. Sie fügt hinzu, dass die Befürchtungen eines raschen Abgleitens in Richtung Autoritarismus übertrieben seien, obwohl eine langfristige Verschlechterung der Haushaltslage weiterhin ein erhebliches strukturelles Risiko darstelle.
BCA hob mehrere Beispiele institutioneller Unabhängigkeit hervor, darunter Urteile des Obersten Gerichtshofs, die Trumps umfassende Zölle blockierten und die Autonomie der Federal Reserve schützten, indem sie die Absetzung von Gouverneurin Lisa Cook verhinderten. Der Bericht verwies auch auf den Widerstand des Senats gegen politisch motivierte Ernennungen der Federal Reserve und den parteiübergreifenden Widerstand gegen einige Regierungsmaßnahmen als Beweis dafür, dass die republikanische Kontrolle interne Beschränkungen der Exekutivgewalt nicht beseitigt hat.
In dem Bericht wurde weiter argumentiert, dass Bedenken hinsichtlich der Politisierung des Militärs und der Wahlverwaltung weiterhin durch rechtliche Schutzmaßnahmen, gerichtliche Aufsicht und die öffentliche Meinung begrenzt werden. Darin hieß es, das Militär bleibe der Verfassung treu und nicht jedem einzelnen Führer, während die Wahlen weiterhin von den Bundesstaaten verwaltet würden, was eine groß angelegte Einmischung des Bundes erschwere.
Für Anleger sagte BCA, dass die institutionelle Widerstandsfähigkeit dazu beigetragen habe, die Attraktivität US-amerikanischer Finanzanlagen trotz Bedenken hinsichtlich der Governance aufrechtzuerhalten. Darin wurde festgestellt, dass ausländische Investoren ihre Bestände an US-Schuldtiteln in absoluten Zahlen weiter erhöhen, während die Rolle des Dollars als sichere Hafenwährung in Zeiten globaler Instabilität intakt geblieben ist, selbst wenn die Zentralbanken ihre Reserven schrittweise in Richtung anderer Währungen entwickelter Märkte diversifizieren.
Mit Blick auf die Zukunft geht BCA davon aus, dass die Zwischenwahlen 2026 eine weitere wichtige institutionelle Prüfung der Trump-Regierung darstellen werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass Inflations- und Erschwinglichkeitsbedenken dazu beitragen könnten, dass die Demokraten ihre Erwartungen übertreffen und möglicherweise den Stillstand in der Gesetzgebung verstärken könnten, ein Szenario, das sich in der Vergangenheit für US-Aktien positiv ausgewirkt hat.
