Das australische Verbrauchervertrauen erreicht Tiefststände seit der Pandemie, während die Inflationserwartungen im Vorfeld einer erwarteten RBA-Zinserhöhung steigen:
Zusammenfassung:
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ANZ–Roy Morgan Das australische Verbrauchervertrauen fiel auf 68,5, den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie-Lockdowns im März 2020.
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Sowohl die ein- als auch die fünfjährigen Aussichten für die Wirtschaft werden von den Haushalten zunehmend pessimistisch beurteilt.
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Die Verschlechterung der Stimmung scheint mit geopolitischer Unsicherheit und veränderten Erwartungen in Bezug auf Inflation und Zinssätze zusammenzuhängen.
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Die Inflationserwartungen bleiben hoch und erreichen ihren höchsten Stand seit November 2022, was teilweise auf einen starken Anstieg der Benzinpreise zurückzuführen ist.
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Die schwachen Stimmungsdaten kommen nur wenige Stunden vor der geldpolitischen Entscheidung der Reserve Bank of Australia, bei der die Märkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 4,1 % erwarten.
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Da die Inflation immer noch über dem Zielwert liegt und der Arbeitsmarkt angespannt ist, zeigen die politischen Entscheidungsträger möglicherweise nur begrenzte Toleranz gegenüber energiebedingten Inflationsschocks.
Die Verbraucherstimmung in Australien ist auf den schwächsten Stand seit Beginn der COVID-19-Pandemie gesunken, was die wachsende Besorgnis der Haushalte unterstreicht, da das Land mit steigenden Energiekosten und erneuten Inflationsrisiken konfrontiert ist.
Der ANZ-Roy Morgan-Verbrauchervertrauensindex fiel auf 68,5 Punkte, den niedrigsten Wert seit März 2020, als die ersten landesweiten Lockdowns angekündigt wurden. Der Rückgang unterstreicht eine starke Verschlechterung der Stimmung der Haushalte, da die Australier mit einem unsichereren wirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen haben.
Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Haushalte sowohl hinsichtlich der kurzfristigen als auch der längerfristigen Aussichten für die Wirtschaft zunehmend pessimistisch sind. Das Vertrauen in die Wirtschaftsaussichten für das nächste Jahr und die nächsten fünf Jahre hat deutlich nachgelassen, was auf die erhöhte geopolitische Unsicherheit und die Sorge zurückzuführen ist, dass die Inflation länger als bisher erwartet höher bleiben könnte.
Ein wesentlicher Auslöser dieser Sorgen scheint der erneute Anstieg der Inflationserwartungen zu sein. Die Umfrage ergab, dass die Erwartungen für die künftige Inflation weiterhin auf dem höchsten Stand seit November 2022 liegen. Der Anstieg hängt teilweise mit dem jüngsten Anstieg der Benzinpreise zusammen, der tendenziell einen übergroßen Einfluss auf die Inflationswahrnehmung der Haushalte hat, da die Kraftstoffkosten deutlich sichtbar sind und sich auf die täglichen Ausgaben auswirken.
Die Daten kommen kurz vor der geldpolitischen Entscheidung der Reserve Bank of Australia, bei der die Märkte allgemein davon ausgehen, dass die Zentralbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,1 % anheben wird.
Die politischen Entscheidungsträger balancieren mehrere konkurrierende Kräfte aus. Während sich das Verbrauchervertrauen erheblich abgeschwächt hat, liegt die Inflation weiterhin über dem Zielbereich der RBA von 2–3 % und der Arbeitsmarkt wird weiterhin als angespannt angesehen. In diesem Umfeld sind Zentralbankbeamte möglicherweise weniger bereit, zusätzlichen Inflationsdruck durch externe Schocks wie steigende Ölpreise zu tolerieren.
Die mit geopolitischen Spannungen verbundenen höheren Energiepreise haben bereits begonnen, sich auf die Inflationserwartungen auszuwirken, was die Aufgabe der Zentralbank möglicherweise erschweren könnte.
Für die RBA kann die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit bei der Inflationskontrolle Priorität haben, selbst wenn sich die Stimmung der Haushalte verschlechtert, insbesondere wenn die politischen Entscheidungsträger der Ansicht sind, dass die Inflationsrisiken weiterhin nach oben tendieren.
Die Kombination aus rekordtiefem Verbrauchervertrauen und erhöhten Inflationserwartungen verdeutlicht das schwierige Umfeld, mit dem die politischen Entscheidungsträger konfrontiert sind, wenn sie versuchen, die Inflation wieder auf den Zielwert zu bringen, ohne eine stärkere Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit auszulösen.

