Zusammenfassung:
- Es wird davon ausgegangen, dass die Rezessionsrisiken steigen, wenn der Krieg andauert
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Welthandelswachstum auf 2–5 % herabgestuft
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Das Wachstum wird eher von den Preisen als von den Mengen getragen
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Die Mehrheit der Exporteure weist auf Risiken in der Lieferkette hin
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Unternehmen passen sich durch Bevorratung und Diversifizierung an
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Abwärtswachstum in der Eurozone liegt bei etwa 0,2 %
Laut Ana Boata, Leiterin der Wirtschaftsforschung bei Allianz Trade, dürften die Rezessionsrisiken später in diesem Jahr (US-Herbstsaison) noch ausgeprägter werden, wenn der Nahostkonflikt anhält.
In einem Gespräch mit CNBC am Freitag betonte Boata, dass das Timing von entscheidender Bedeutung sei, und stellte fest, dass jede weitere Konfliktwoche das Vertrauen der Unternehmen untergräbt und die wirtschaftlichen Kosten erhöht. Der kumulative Effekt zeigt sich bereits in der globalen Handelsdynamik, wobei die Wachstumsprognosen stark nach unten korrigiert wurden. Es wird nun erwartet, dass die Ausweitung des Welthandels in diesem Jahr zwischen 2 % und 5 % liegen wird, ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Erwartungen von etwa 10 %.
Entscheidend ist, dass das verbleibende bescheidene Wachstum eher auf steigende Preise als auf erhöhte Handelsvolumina zurückzuführen ist, was eher den inflationären Charakter des aktuellen Umfelds als eine echte Nachfragestärke widerspiegelt.
Risiken in der Lieferkette bleiben im Vordergrund und rund 65 % der Exporteure nennen Störungen als größtes Problem. Es wird erwartet, dass der Konflikt die Verfügbarkeit einer Reihe kritischer Rohstoffe verschlechtern wird, darunter Öl und Gas, Düngemittel, Helium und Aluminium, Materialien, die in Branchen wie Landwirtschaft, Spitzentechnologie und Baugewerbe eingesetzt werden.
Trotz dieses Drucks stehen Unternehmen nicht still. Unternehmen passen sich aktiv an, indem sie Lieferungen vorziehen, Lagerbestände aufbauen und Lieferantennetzwerke diversifizieren, um Störungen zu minimieren. Diese Reaktionen spiegeln die Lehren wider, die aus den jüngsten Schocks gezogen wurden, darunter die Pandemie, die Energiekrise 2022 und eskalierende Handelsspannungen.
In einem Abwärtsszenario mit anhaltenden Störungen könnte sich das Wachstum in der Eurozone auf nur 0,2 % verlangsamen, während der Inflationsdruck die Zentralbanken zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik zwingen könnte, was das Risiko schwächerer Aktienmärkte erhöht – insbesondere in den Vereinigten Staaten gegen Jahresende.
Asien bleibt vergleichsweise widerstandsfähig, wobei das Wachstum in wichtigen Drehkreuzen wie Singapur voraussichtlich etwa 3 % bis 3,5 % betragen wird, was einen gewissen Ausgleich für die allgemeine globale Schwäche darstellt.
WWJD?

