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Barclays‘ (LSE: BARC)-Aktien blieben bei Markteröffnung in dieser Woche trotz positiver Nachrichten relativ unverändert. Am Montag (27. April) schloss Barclays einen Rückkauf und eine Annullierung von 26.765.000 Aktien ab.
Der Rückkauf ist ein weiteres klares Zeichen dafür, dass das Management die Anleger belohnen und den Aktienkurs langfristig stützen möchte. Der leichte Rückgang der Gesamtzahl der Aktien dürfte dazu beitragen, den Wert jeder einzelnen Aktie zu steigern.
Aber der Markt hat noch nicht nennenswert reagiert.
Was der Rückkauf bedeuten könnte
Dieser jüngste Schritt ist Teil eines viel größeren Kapitalrenditeplans. Barclays führt seit 2025 bereits Aktienrückkaufprogramme im Wert von insgesamt bis zu 1,5 Milliarden Pfund durch, wobei alle zurückgekauften Aktien vernichtet und nicht im eigenen Bestand gehalten werden.
Dabei geht es ausdrücklich um die Herabsetzung des Grundkapitals. Allein im Jahr 2025 brachte es den Anlegern 3,7 Milliarden Pfund zurück Dividenden und Rückkäufe.
Theoretisch bedeuten weniger Aktien einen höheren Gewinn pro Aktie, was den Kurs langfristig stützen kann, wenn die Gewinne anhalten. In der Praxis wird der Aktienkurs jedoch je nach Wirtschaftsaussichten und allgemeiner Marktstimmung schwanken.
Makrofaktoren – wie der Krieg im Iran – könnten jegliche positive Wirkung zunichte machen Rückkäufe. Wohin gehen Analysten also, dass sich der Aktienkurs entwickeln wird?
Blick nach vorn
Die Prognosen der Broker sind im Allgemeinen konstruktiv. Siebzehn Analysten, die Barclays folgen, haben ein durchschnittliches Kursziel für ein Jahr von 541 Pence, etwa 24 % über dem aktuellen Preis von 437 Pence. Darüber hinaus erwarten sie einen wachsenden Dividendenstrom, wobei die prognostizierte Rendite von 3,3 % für 2026 auf 3,97 % im Jahr 2027 steigen wird.
Einige Bewertungsmodelle deuten darauf hin, dass die Aktien immer noch deutlich unter dem geschätzten beizulegenden Zeitwert gehandelt werden. Allerdings bewerten einige Broker die Aktie immer noch mit „Halten“ und nicht mit „Kauf“. Obwohl die Erwartungen im Allgemeinen positiv sind, sind sie nicht euphorisch.
Barclays in Zahlen
Die jüngsten Ergebnisse zeigen, warum der Vorstand zuversichtlich genug ist, weiterhin Bargeld zurückzugeben. Im Jahr 2025 erwirtschaftete Barclays einen Gewinn von rund 29,1 Milliarden Pfund und einen Gewinn vor Steuern von 9,1 Milliarden Pfund, was die Rendite auf das materielle Eigenkapital auf 11,3 % steigerte.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag mit 14,3 % deutlich innerhalb der Zielspanne, selbst nach Berücksichtigung eines umfangreichen Rückkaufs.
Zu den wichtigsten Punkten für Investoren gehören:
- Insgesamt wird im Jahr 2025 eine Kapitalrendite von 3,7 Mrd. £ erzielt, kombiniert mit Dividenden von 8,6 Pence pro Aktie und Rückkäufen in Höhe von 2,5 Mrd. £.
- Ein Plan, zwischen 2024 und 2026 mindestens 10 Milliarden Pfund und zwischen 2026 und 2028 mehr als 15 Milliarden Pfund zurückzugeben.
- Das Management strebt eine Gruppenrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) von über 14 % bis 2028 an, wenn die Strategie nach Plan verläuft.
Wenn andererseits ein Marktabschwung zu Kreditausfällen führt, könnte dies zu Gewinneinbußen führen. Auch regulatorische Änderungen wie Basel 3.1 erhöhen das Risiko, und geopolitische Schocks könnten die Kreditqualität beeinträchtigen und die Margen drücken.
Was bedeutet das für Anleger?
Für bestehende Aktionäre sind diese Rückkäufe durchaus relevant. Sie signalisieren Vertrauen, stützen die Gewinne und könnten letztendlich dazu beitragen, die Lücke zwischen dem Aktienkurs und dem zugrunde liegenden Wert zu schließen.
Für neue Anleger scheint Barclays immer noch ein möglicher Kandidat für ein langfristiges Portfolio zu sein – aber nur, wenn Sie mit den Höhen und Tiefen des Bankensektors und der kurzfristigen Volatilität vertraut sind.
Dennoch ist diese Mischung aus Erträgen, Rückkäufen und einer möglichen Neubewertung sicherlich attraktiv.

