Asiatische Aktien zeigten am Dienstag gemischte Ergebnisse, da Händler die diplomatischen Fortschritte im US-Iran-Konflikt verfolgten. Vermittler berichteten, dass eine Vereinbarung zur vollständigen Wiedereröffnung der Straße von Hormus näher rücke, was den Märkten eine gewisse Erleichterung verschafft.
Diese diplomatische Bewegung folgte auf Selbstverteidigungsangriffe der US-Streitkräfte im Süden Irans am Montag. Nach Angaben eines Sprechers des US-Zentralkommandos zielten die Angriffe auf Raketenabschussplätze und iranische Schiffe, die versuchten, Minen einzusetzen. Während das US-Militär sein Engagement für den Schutz seiner Streitkräfte betonte und beteuerte, dass es während des Waffenstillstands weiterhin Zurückhaltung übe, erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Verhandlungen über eine Einigung zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gut vorankämen.
Der südkoreanische KOSPI steigt um 3,19 % und liegt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels nahe bei 8.100, was einem leichten Rückgang entspricht, nachdem er am Dienstag ein neues Rekordhoch von 8.131 erreicht hatte. Die Rallye wurde durch die Stärke von Halbleiteraktien im KI-Bereich vor dem Hintergrund optimistischer Gewinnerwartungen und einer robusten Nachfrage nach Speicherchips mit hoher Bandbreite angeheizt. Samsung Electronics und SK Hynix waren die Spitzenreiter bei den Zuwächsen, während sich die Fortschritte auch auf Autohersteller, Batteriehersteller und Schiffbauer ausdehnten.
Japans Nikkei 225 Der Index fällt um 0,4 % auf nahezu 64.900, während der breiter gefasste Topix-Index einen leichten Anstieg von 0,11 % auf nahezu 3.950 erzielte. Der Nikkei legte nach einer explosiven Rallye am Montag, bei der er zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von 65.000 Punkten durchbrach, eine Atempause ein. Investoren sicherten sich angesichts der abkühlenden geopolitischen Lage Gewinne Nachricht und massive Unternehmensumwälzungen, die zu einem Rückgang bei Aktien mit Bezug zu Technologie und künstlicher Intelligenz wie Kioxia Holdings, Fujikura und Advantest führten, die allesamt für die Gewinne des Vortages gesorgt hatten.
Hongkongs Hang Seng Index steigt um 0,45 % auf über 25.700, angeführt von Finanz- und Elektronikaktien. Bemerkenswerte Zuwächse wurden bei Semiconductor Manufacturing International Corporation und Lenovo Group verzeichnet, die um 9,1 % bzw. 10,7 % zulegten. Umgekehrt verschlechterte sich die Stimmung gegenüber der Xiaomi Corporation, nachdem die Short-Wetten auf das Unternehmen aufgrund von Sorgen über steigende Speicherkosten und den zunehmenden Wettbewerb auf dem chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge ein Rekordhoch erreichten.
Häufig gestellte Fragen zu asiatischen Aktien
Asien trägt rund 70 % zum globalen Wirtschaftswachstum bei und beherbergt mehrere wichtige Börsenindizes. Unter den entwickelten Volkswirtschaften der Region stechen der japanische Nikkei – der 225 Unternehmen an der Tokioter Börse vertritt – und der südkoreanische Kospi hervor. China verfügt über drei wichtige Indizes: den Hong Kong Hang Seng, den Shanghai Composite und den Shenzhen Composite. Als großes Schwellenland erregen indische Aktien auch die Aufmerksamkeit von Anlegern, die zunehmend in Unternehmen der Sensex- und Nifty-Indizes investieren.
Die wichtigsten Volkswirtschaften Asiens sind unterschiedlich und jede hat spezifische Sektoren, auf die man achten muss. Technologieunternehmen dominieren die Indizes in Japan, Südkorea und zunehmend auch China. Finanzdienstleistungen sind führende Aktienmärkte wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige Knotenpunkte des Sektors gelten. Auch in China und Japan ist die Produktion groß, mit einem starken Schwerpunkt auf der Automobilproduktion oder der Elektronikindustrie. Die wachsende Mittelschicht in Ländern wie China und Indien räumt auch Unternehmen mit Fokus auf Einzelhandel und E-Commerce eine immer größere Bedeutung ein.
Viele verschiedene Faktoren bestimmen die asiatischen Aktienmarktindizes, aber der Hauptfaktor für ihre Performance sind die aggregierten Ergebnisse der einzelnen Unternehmen, die in ihren vierteljährlichen und jährlichen Gewinnberichten offengelegt werden. Auch die wirtschaftlichen Grundlagen jedes Landes sowie die Entscheidungen seiner Zentralbanken oder die Finanzpolitik seiner Regierung sind wichtige Faktoren. Im weiteren Sinne können sich auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt oder Rechtsstaatlichkeit auf die Aktienmärkte auswirken. Auch die Performance der US-Aktienindizes spielt eine Rolle, da die asiatischen Märkte in den meisten Fällen über Nacht die Führung von den Wall-Street-Aktien übernehmen. Schließlich spielt auch die allgemeine Risikostimmung an den Märkten eine Rolle, da Aktien im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten wie festverzinslichen Wertpapieren als riskante Anlage gelten.
Die Investition in Aktien ist an sich schon riskant, doch die Investition in asiatische Aktien bringt regionalspezifische Risiken mit sich, die es zu berücksichtigen gilt. Asiatische Länder verfügen über ein breites Spektrum politischer Systeme, von vollständigen Demokratien bis hin zu Diktaturen, sodass ihre Anforderungen an politische Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit oder Unternehmensführung erheblich voneinander abweichen können. Geopolitische Ereignisse wie Handelsstreitigkeiten oder Territorialkonflikte können ebenso wie Naturkatastrophen zu Volatilität an den Aktienmärkten führen. Darüber hinaus können auch Währungsschwankungen einen Einfluss auf die Bewertung asiatischer Aktienmärkte haben. Dies gilt insbesondere für exportorientierte Volkswirtschaften, die tendenziell unter einer stärkeren Währung leiden und von einer schwächeren Währung profitieren, da ihre Produkte im Ausland billiger werden.

