
Von Foo Yun Chee
BRÜSSEL, 8. Juni (Reuters) – Europas Vorstoß, seine Abhängigkeit von US-Big-Tech mit in der EU hergestellten Technologien und Chips zu verringern, könnte andere Nicht-EU-Akteure vom europäischen Markt ausschließen, warnten Handelsorganisationen, die Technologieunternehmen in Australien, Kanada und Japan vertreten, am Montag.
Die Warnung des Tech Council of Australia, der Canada EU Trade and Investment Association, der Japan Association of New Economy und der Technologie-Lobbygruppe CCIA kam eine Woche, nachdem die Europäische Kommission Gesetze vorgeschlagen hatte, um einheimische Cloud-, KI- und Chip-Industrien anzukurbeln und die Abhängigkeit von US-Technologiegiganten wie und zu verringern.
Die EU-Telekommunikationsminister werden am Dienstag über den Vorschlag diskutieren, der in den kommenden Monaten mit den EU-Ländern und dem Europäischen Parlament ausgearbeitet werden muss, bevor er in Kraft treten kann.
Die Handelsgruppen äußerten Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen Marktzugangsanforderungen für Unternehmen, die ihren Hauptsitz außerhalb der EU haben oder sich im Besitz oder unter der Kontrolle von Unternehmen befinden, und erklärten, dass diese die Teilnahme ihrer Mitglieder am europäischen digitalen Ökosystem erheblich beeinträchtigen würden.
„Ansätze, die sich bei der Bestimmung der Eignung – sei es für die Bereitstellung von Cloud, KI oder Software – auf der Unternehmensstruktur, der rechtlichen Ausrichtung oder der geografischen Herkunft eines Anbieters stützen, könnten zu einer ungleichen Behandlung von Anbietern führen“, heißt es in einem gemeinsamen Brief an die EU-Minister.
Dies könnte die Chancen für vertrauenswürdige Unternehmen verringern, die seit langem in die digitale Entwicklung Europas investieren, fügten sie hinzu.
Sie warnten davor, dass eine Einschränkung der Wahlmöglichkeiten der Kunden bei der Beschaffung oder Bereitstellung von Dienstleistungen zu Ineffizienzen führen, die Kosten in die Höhe treiben und grenzüberschreitende Geschäftsmodelle erschweren könnte.
„Wir möchten daher die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament dazu ermutigen, dafür zu sorgen, dass CADA in einer Weise überarbeitet wird, die im Einklang mit den Grundsätzen der Nichtdiskriminierung, Verhältnismäßigkeit und Offenheit gegenüber wichtigen Handelspartnern bleibt“, sagten sie.
CADA (das Cloud and AI Development Act) ist ein Schlüsselelement der europäischen Technologiesouveränitätsbemühungen.
