Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs Hauptwährungen abbildet, sinkt am Montag, während Händler die sich entwickelnde Situation im Nahen Osten beurteilen. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels notiert der Index bei rund 99,95, nachdem er früher am Tag 100,21 erreicht hatte, den höchsten Stand seit dem 6. April.
Der Greenback setzte seine jüngste Rallye zunächst fort, da die Märkte weiterhin den stärker als erwartet ausgefallenen US-amerikanischen Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht vom Freitag verdauten, während erneute Feindseligkeiten zwischen Iran und Israel am Wochenende die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar weiter ankurbelten.
Allerdings gab der US-Dollar seine Gewinne nach dem iranischen Fars wieder ab Nachricht Die Agentur berichtete, dass der Iran seine Militäroperationen gegen Israel beendet habe.
Die Entwicklung weckte die Hoffnung, dass ein umfassenderes Friedensabkommen im Nahen Osten weiterhin möglich sei. US-Präsident Donald Trump sagte, die Verhandlungen mit Teheran seien noch im Gange, warnte jedoch davor, dass die US-Seeblockade iranischer Häfen in Kraft bleiben werde, bis eine endgültige Einigung erzielt sei.
Dennoch bleibt die Situation ungewiss, was einem tieferen Rückgang des US-Dollars Grenzen setzt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an eine restriktive Haltung Federal Reserve (Fed) unterstützt weiterhin den Greenback.
Einem Bericht von Brown Brothers Harriman (BBH) zufolge „kann der USD gegenüber den meisten Hauptwährungen weiter an Wert gewinnen, da der US-Makrohintergrund mit steigender Arbeitsnachfrage und hartnäckiger Inflation eine restriktivere Politik der Fed unterstützt.“
Laut dem CME FedWatch Tool erwarten Händler, dass die Fed ihr Interesse beibehält Tarife Die Zinsen bleiben in den kommenden Monaten unverändert, während die Möglichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende weiterhin eingepreist wird.
Händler werden ihre Aufmerksamkeit nun auf die später anstehenden US-Inflationsdaten richten diese Woche nach neuen Hinweisen zur Geldpolitik der Fed Ausblick. Höhere Energiepreise treiben die Inflation weiter in die Höhe, wobei der jährliche Verbraucherpreisindex (VPI) voraussichtlich von 3,8 % im Vormonat auf 4,2 % im Mai steigen wird.
Unterdessen deutete die am Montag von der New Yorker Fed veröffentlichte jüngste Umfrage zu den Verbrauchererwartungen (SCE) darauf hin, dass die längerfristigen Inflationserwartungen weiterhin gut verankert sind. Die Inflationserwartungen blieben auf Sicht von drei bzw. fünf Jahren unverändert bei 3,1 % bzw. 3,0 %.
Häufig gestellte Fragen zum US-Dollar
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten von Amerika und die „De-facto“-Währung zahlreicher anderer Länder, in denen er neben lokalen Banknoten im Umlauf ist. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am stärksten gehandelte Währung der Welt und macht über 88 % des gesamten weltweiten Devisenumsatzes oder durchschnittlich 6,6 Billionen US-Dollar an Transaktionen pro Tag aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg löste der USD das Britische Pfund als Reservewährung der Welt ab. Die meiste Zeit seiner Geschichte war der US-Dollar durch Gold gedeckt, bis mit dem Bretton-Woods-Abkommen im Jahr 1971 der Goldstandard abgeschafft wurde.
Der wichtigste Einzelfaktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) geprägt wird. Die Fed hat zwei Aufgaben: Preisstabilität zu erreichen (Inflation zu kontrollieren) und Vollbeschäftigung zu fördern. Das wichtigste Instrument zur Erreichung dieser beiden Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel der Fed von 2 % liegt, wird die Fed die Zinsen erhöhen, was dem Wert des USD zugute kommt. Wenn die Inflation unter 2 % fällt oder die Arbeitslosenquote zu hoch ist, kann die Fed die Zinssätze senken, was den Greenback belastet.
In extremen Situationen kann die Federal Reserve auch mehr Dollar drucken und eine quantitative Lockerung (QE) einleiten. QE ist der Prozess, mit dem die Fed den Kreditfluss in einem festgefahrenen Finanzsystem erheblich erhöht. Dabei handelt es sich um eine nicht standardmäßige politische Maßnahme, die dann eingesetzt wird, wenn die Kreditwürdigkeit ausgetrocknet ist, weil Banken sich gegenseitig keine Kredite mehr gewähren (aus Angst vor einem Ausfall der Gegenpartei). Es handelt sich um den letzten Ausweg, wenn eine einfache Senkung der Zinssätze wahrscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis erzielen wird. Es war die Waffe der Wahl der Fed, um die Kreditklemme während der Großen Finanzkrise im Jahr 2008 zu bekämpfen. Dabei druckt die Fed mehr Dollar und kauft damit US-Staatsanleihen vorwiegend von Finanzinstituten. QE führt normalerweise zu einem schwächeren US-Dollar.
Bei der quantitativen Straffung (Quantitative Tightening, QT) handelt es sich um den umgekehrten Prozess, bei dem die Federal Reserve den Kauf von Anleihen von Finanzinstituten einstellt und das Kapital der Anleihen, die sie bei Fälligkeit hält, nicht in neue Käufe reinvestiert. Für den US-Dollar ist es normalerweise positiv.

