Bei den Edelmetallen sieht es derzeit so aus, als würden die Dinge noch viel schlimmer werden, bevor es wieder besser wird. Das Schicksal von Gold und Silber hängt größtenteils mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran zusammen, und wenn sich in Bezug auf die Straße von Hormus nichts ändert, wird es schwierig sein, einen wesentlichen Stimmungsumschwung zu erkennen.
Da der Inflationsdruck zunimmt und die Risikostimmung erneut beeinträchtigt wird, erhöht sich der Druck auf Edelmetalle. Ersteres hängt auch mit einem zunehmend restriktiveren Ausblick der Fed zusammen. Und das ist ein weiterer Faktor, der die Gold- und Silberpreise belastet.
Gold (XAU/USD) Tageschart
Ein weiterer wichtiger Punkt, der für Gold Anlass zur Sorge gibt, ist der Bruch des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts (blaue Linie). Dies geschah am Freitag vor dem Hintergrund eines weiteren Verkaufsdrucks bei riskanten Vermögenswerten, der zu weiteren Ausstiegen aus Goldpositionen führte. Zur Erinnerung: Gold und Silber gehörten im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Hebelgeschäften.
Aber auch der heißere US-Arbeitsmarktbericht sorgt für ein restriktiveres Bild der Fed, was der konstruktiven Sicht auf Gold ebenfalls nicht förderlich ist. Und wenn man den oben genannten technischen Bruch hinzurechnet, gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die derzeit gegen das Edelmetall wirken.
Zurück zur Grafik: Dies ist das erste Mal seit Oktober 2023, dass Gold sowohl unter seinen gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (rote Linie) als auch unter seinen 200-Tage-Durchschnitt gefallen ist. Angesichts der fast dreijährigen Aufwärtsbewegung ist das ein unheilvolles Signal für einen Momentumwechsel.
Und wenn Korrekturen wie diese eintreten, können sie dazu neigen, tiefgreifend zu sein.
Für Gold wird das nächste wichtige Unterstützungsniveau, das es im Auge zu behalten gilt, das Märztief bei 4.099 $ sein. Sollte dieser nachgeben, wird als nächstes die 4.000-Dollar-Marke im Auge behalten. Und wenn Käufer nicht in der Lage sind, ihre Risikopositionierung richtig zu verwalten, kann dies durchaus hässlich werden, und ich könnte mir einen Rückgang zurück in Richtung 3.300 $ oder 3.500 $ vorstellen, bevor es wieder zu echten Dip-Käufen kommt.
Bei Silber ist es weitgehend das Gleiche:
Silber (XAG/USD) Tageschart
Das Edelmetall fällt diese Woche auch wieder unter seinen gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (rote Linie) und seinen 200-Tage-Durchschnitt (blaue Linie). Und das wird das erste Mal seit April letzten Jahres sein, dass die Preisbewegung unter beiden Schlüsselniveaus gehandelt wird. Dieses Mal scheint die Dynamikveränderung natürlich tiefgreifender zu sein.
Und wie oben zu sehen ist, könnte ein Tagesdurchbruch unter 64 US-Dollar für das Edelmetall wirklich große Probleme bedeuten, da die Korrektur tiefer geht.
Im Moment haben Edelmetalle kaum eine andere Wahl, als den Sturm zwischen den USA und dem Iran zu überstehen, bis die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Stattdessen könnte es sehr, sehr schwierig werden, wenn man bedenkt, dass die Pattsituation weiterhin andauert und kein Ende in Sicht ist.

