- Iran will den Status der Straße von Hormus nicht wieder auf das Vorkriegsniveau zurückführen
- Rahmentext fast fertig
- Text wartet auf endgültige Entscheidung
- Im Rahmen des MoU mit den USA geht Iran keine Verpflichtung hinsichtlich der Übertragung der Verwaltung der Straße von Hormus ein
- Die künftige Verwaltung der Meerenge wird als regionale Angelegenheit durch Dialog und gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Teheran und Oman geregelt
- Zur Atomakte wird im aktuellen Memorandum keine Einigung erzielt
- Atomverhandlungen werden innerhalb von 60 Tagen nach der Unterzeichnung stattfinden
Die iranischen Staatsmedien IRNA sagen, Teheran habe sich nicht dazu verpflichtet, die Straße von Hormus wieder in den Vorkriegszustand zu versetzen, und auch keine Zusage hinsichtlich einer Übertragung der Verwaltung der Meerenge im Rahmen des Abkommens. Diese Klarstellung könnte die Interpretation der jüngsten diplomatischen Schlagzeilen durch die Märkte verändern.
Bisher war das vorherrschende Narrativ rund um das MoU, dass das Abkommen eine relativ einfache Deeskalation bewirken würde: Die USA würden ihre Seeblockade aufheben, die Sanktionserleichterung würde beginnen und der Iran würde die Straße von Hormus innerhalb von etwa 30 Tagen wieder für den normalen Handelsverkehr öffnen. Dies hat zu einer starken Risikobereitschaft geführt, da dadurch eines der größten Energieversorgungsrisiken beseitigt wurde.
Aber diese Nachricht macht die Sache etwas komplizierter.
In den letzten Wochen hat der Iran wiederholt einen Rahmen vorgeschlagen, nach dem die Meerenge technisch offen bleiben würde, aber unter dem Vorkriegsstatus quo einer nahezu uneingeschränkten Transitpassage nicht mehr funktionieren würde. Stattdessen hat Teheran über ein neues, mit Oman abgestimmtes Managementsystem diskutiert, das Iran deutlich mehr Kontrolle über den Seeverkehr geben soll.
Dazu gehört auch das umstrittene Maut- oder Gebührensystem, über das Iran mit Maskat gesprochen hatte. Iranische Beamte hatten zuvor angedeutet, dass für Schiffe, die Hormuz überqueren, Transitgebühren je nach Schiffstyp, Fracht oder Navigationsdiensten erhoben werden könnten, wodurch die Kontrolle über die Wasserstraße effektiv monetarisiert würde. Selbst als Teheran die Formulierung von „Maut“ auf „Dienstleistungsgebühren“ abschwächte, blieb die wirtschaftliche Implikation weitgehend dieselbe: Die Schifffahrt durch Hormuz könnte teurer und politisch stärker an Bedingungen geknüpft werden als vor dem Krieg.
Diese Unterscheidung ist wichtig.
Eine vollständige Rückkehr zu den Vorkriegsbedingungen würde bedeuten, dass sich der Tankerverkehr normalisiert, die Kriegsrisikoversicherung zurückgeht und die Lieferketten mit minimalen Reibungsverlusten wieder aufgenommen werden. Aber eine „gemanagte Wiedereröffnung“ unter iranischer Aufsicht ist etwas anderes. Auch wenn Schiffe durchgelassen werden, könnten Mautgebühren, Streckenbeschränkungen, Inspektionsverzögerungen oder selektiver Zugang die Versandkosten weiter erhöhen. Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist immer noch viel besser als überhaupt kein Verkehr, aber die Preise sinken möglicherweise nicht so stark wie im Szenario ohne Maut.
Iran scheint zu signalisieren, dass es die wertvollste Hebelwirkung, die es während des Konflikts erlangt hat, bewahren will: die Kontrolle über den wichtigsten Energieengpass der Welt. Teilkontrolle bietet eine nachhaltigere Form des Drucks. Dies wirft eine unangenehme Frage zu Trumps jüngsten Kommentaren auf.
Trump behauptete, die USA seien mit dem MoU zufrieden und stellte das Abkommen als diplomatischen Erfolg dar. Aber wenn die Informationen von IRNA korrekt sind, scheinen nur zwei Erklärungen plausibel. Das erste ist, dass Trump die Bedingungen des Iran wissentlich akzeptiert hat (Big L). Die zweite Möglichkeit ist besorgniserregender: Trump ist sich möglicherweise nicht vollständig über die in der Vereinbarung enthaltenen operativen Details im Klaren.
Aus iranischer Sicht liegt das ideale Ergebnis auf der Hand: Lockerung der Sanktionen erreichen, eingefrorene Vermögenswerte sichern, sofortigen militärischen Druck beenden und dennoch den strategischen Einfluss auf Hormuz behalten. Iran hat wenig Anreiz, diesen Einfluss vollständig aufzugeben, nachdem es gezeigt hat, wie zerstörerisch seine Kontrolle sein kann.
Das unmittelbare Endrisiko besteht darin, dass die Verhandlungen am Wochenende erneut scheitern, was die Risikostimmung bis zum Wochenende ohne weitere Klarstellung seitens Irans oder der USA eher unter Kontrolle halten könnte.

