Wunsch von der EZB sagte, er würde eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte unterstützen, wenn die Inflationsdaten weiterhin stärker ausfallen als erwartet, insbesondere nach dem jüngsten Anstieg der Dienstleistungsinflation in der Eurozone. Er sagte, anhaltende Aufwärtsüberraschungen bei der Inflation würden vorsorglich eine weitere Straffung rechtfertigen, fügte jedoch hinzu, dass es keinen Grund für einen überstürzten weiteren Schritt gebe, wenn die Daten gemischt oder unklar bleiben.
Wunsch verteidigte die jüngste Zinserhöhung der EZB und argumentierte, dass die Zentralbank keinen Fehler gemacht habe, als sie die Zinsen angehoben habe, während die Inflation stieg und die Unsicherheit weiterhin hoch sei. Er wies darauf hin, dass die Realzinsen tatsächlich leicht gesunken seien und betonte, dass die EZB noch Spielraum habe, die Zinsen später zu senken, wenn der Inflationsdruck nachlasse.
Er räumte auch ein, dass die Entspannung der geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran und die Abschwächung des Lohnwachstums das Argument stärken könnten, dass die EZB möglicherweise in der Lage gewesen sei, den jüngsten energiebedingten Inflationsanstieg zu überstehen. Dennoch beharrte er darauf, dass die Entscheidung von letzter Woche angesichts der damals verfügbaren Informationen gerechtfertigt sei.
Wunsch forderte außerdem eine klarere Kommunikation seitens der EZB und schlug vor, dass die Bank explizitere Leitlinien dazu anbieten sollte, wie künftige politische Entscheidungen von eingehenden Daten und geopolitischen Entwicklungen abhängen, anstatt sich ausschließlich auf ihren Standardansatz von Sitzung zu Sitzung zu verlassen.
Der Markt preist derzeit eine Straffung um 36 Basispunkte bis zum Jahresende ein, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bei 67 % liegt.

