- Ich sehe Signale, die auf einen Preisdruck in den kommenden Monaten hindeuten
- Die Lage im Nahen Osten ist fragil und es besteht die Gefahr von Rückschlägen
- Der Arbeitsmarkt ist widerstandsfähig, die Bilanzen der privaten Haushalte sind solide und öffentliche Investitionen dürften die Konjunktur stützen
- Trotz der Friedensaussichten ist die Unsicherheit erhöht und die Inflation könnte noch längere Zeit über 2 % bleiben
- Es wird erwartet, dass der Anstieg der Energiepreise die Inflation bis ins erste Halbjahr 2027 deutlich über dem Ziel halten wird
- Die EZB muss weiterhin auf die Risiken auf beiden Seiten des Ausblicks achten
- Der Energieschock schlägt sich in einer breiteren Inflation nieder
Lane von der EZB warnte, dass die Inflationsrisiken trotz verbesserter geopolitischer Aussichten weiterhin nach oben tendieren. Lane sagte, er sehe in den kommenden Monaten zunehmende Anzeichen für einen zunehmenden Preisdruck und wies darauf hin, dass der jüngste Energieschock zu einer breiteren Inflation führe. Er warnte, dass höhere Energiepreise die Gesamtinflation wahrscheinlich bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 deutlich über dem EZB-Ziel von 2 % halten werden.
Lane räumte zwar ein, dass sich die Friedensaussichten im Nahen Osten verbessert hätten, betonte jedoch, dass die Lage nach wie vor fragil und anfällig für Rückschläge sei, was zu erhöhter Unsicherheit führe. Vor diesem Hintergrund sagte er, dass die Inflation länger als bisher erwartet über dem Ziel bleiben könnte.
Lane wies auch auf die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft der Eurozone hin. Er wies darauf hin, dass der Arbeitsmarkt weiterhin stark sei, die Haushaltsbilanzen gesund seien und öffentliche Investitionen die Wirtschaftstätigkeit weiterhin unterstützen dürften.
Trotz der Inflationsrisiken bekräftigte Lane, dass die EZB weiterhin auf die Risiken auf beiden Seiten des Ausblicks achten werde, und signalisierte damit, dass die politischen Entscheidungsträger bei der Beurteilung, ob möglicherweise eine weitere Straffung der Politik erforderlich sei, um sicherzustellen, dass die Inflation nachhaltig zum Ziel zurückkehrt, weiterhin auf Daten angewiesen sein werden.
Der Markt rechnet mit einer Straffung um 28 Basispunkte bis zum Jahresende, wobei die nächste Zinserhöhung frühestens im September erfolgt.

