Der Verkaufsdruck, der den Altcoin-Markt belastet, hat sich dramatisch verschärft. Eine neue Analyse des CryptoQuant-Analysten IT Tech zeigt, dass die Spotbörsen nun im fünfzehnten Monat in Folge Nettoverkäufe aller Altcoins außer Bitcoin und Ethereum verzeichnen. Entsprechend der OriginalberichtDie kumulative Kauf-/Verkaufsvolumendifferenz ist auf den negativsten Wert seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2020 gesunken.
Der Trend schien sich Anfang letzten Jahres umzukehren. Anfang 2025 kehrte der Indikator fast wieder in den neutralen Bereich zurück, was auf eine mögliche Verschiebung der Marktstruktur hindeutet. Aber die Gnadenfrist war kurz. Der Verkauf wurde mit Nachdruck wieder aufgenommen, und die Kennzahl ist seitdem immer weiter gesunken und hat ein tiefes und nachhaltiges Verteilungsmuster herausgearbeitet.
Eine längere Vertriebsphase
Fünfzehn Monate Nettoverkäufe an Spotbörsen sind kein kleiner Rückgang. Es spiegelt ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern im Altcoin-Bereich wider. Im Gegensatz zu Bitcoin und Ethereum, bei denen institutionelles Kapital über Spot-ETFs und strukturierte Produkte einfloss, mangelt es dem breiteren Altcoin-Universum weiterhin an einer anhaltenden Käufernachfrage. Die Daten deuten darauf hin, dass langfristige Inhaber und Händler ihr Engagement weiter reduzieren und kein neues Kapital einspringt, um das Angebot aufzufangen.
Die Aktivität der On-Chain-Entwickler ist zwar ein längerfristiges Signal, hat sich jedoch nicht in einer kurzfristigen Preisunterstützung für die meisten Altcoins niedergeschlagen. Die neueste Rezension von BlockchainReporter Top-Blockchains nach Entwickleraktivität zeigt, dass Ethereum, BNB Chain und Polygon immer noch führend sind, aber diese technische Dynamik hat den breit angelegten Altcoin-Verkauf nicht gestoppt. Selbst Ketten mit robusten Entwicklergemeinschaften sind nicht immun gegen den Liquiditätsabfluss, der auf den Spotmärkten offensichtlich ist.
Das Kapital findet neue Narrative
Das Kapital verlässt Krypto nicht vollständig. Stattdessen scheint es sich in Sektoren mit klareren Narrativen zu drehen. Reale Asset-Tokenisierung Der On-Chain-Wert hat kürzlich die 20-Milliarden-Dollar-Marke überschritten, was darauf hindeutet, dass die Liquidität eher in strukturierten, institutionell kompatiblen Token als in spekulativen Altcoins ein Zuhause findet. Diese Verlagerung weg vom Long Tail der Altcoins hin zu Bitcoin, Ethereum und RWA-gebundenen Token erklärt wahrscheinlich einen Teil des Verkaufsdrucks.
Eine Handvoll Token haben es geschafft, dem breiten Ausverkauf zu trotzen. Zusammenfassung von BlockchainReporter Top-Krypto-Gewinner Diese Woche stieg TON um über 83 %, angetrieben durch bestimmte Protokollkatalysatoren. Dies zeigt, dass das Gesamtbild zwar düster ist, einzelne Projekte mit starker Dynamik jedoch dennoch Kaufinteresse wecken können.
Was das Extreme für den Markt bedeutet
Extreme Werte bei Marktindikatoren lösen oft eine Debatte darüber aus, ob sie eine Kapitulation oder einen weiteren Abwärtstrend signalisieren. Die aktuelle Kennzahl für den Verkaufsdruck ist jetzt tiefer als alles, was man seit fünf Jahren gesehen hat, aber die Daten lassen keinen klaren Wendepunkt erkennen. In vergangenen Zyklen gingen längere Ausschüttungsphasen manchmal monatelangen Seitwärtsbewegungen der Preise voraus, bevor es zu einer sinnvollen Erholung kam. In anderen Fällen markierten sie den Beginn tieferer Rückgänge. Ohne eine Änderung der makroökonomischen Bedingungen oder einen neuen Katalysator – wie eine neue Welle regulatorischer Klarheit oder eine Breakout-Anwendung – könnten Altcoins weiter bluten.
Händler, die den Spotmarkt beobachten, werden wahrscheinlich darauf achten, ob das Nettoverkaufsvolumen abnimmt. Eine Abflachung des Indikators, auch ohne ins Positive zu kippen, könnte das erste Signal dafür sein, dass sich die Verteilung erschöpft. Der Altcoin-Markt bleibt vorerst unter Druck und der Weg des geringsten Widerstands zeigt weiterhin nach unten.

