Das doppelte Signal Washingtons, das iranisches Territorium anzugreifen und gleichzeitig darauf zu bestehen, dass das Abkommen bestehen bleibt, führt zu einer neuen Ebene der Unsicherheit, die die Märkte nur schwerlich bepreisen können. Das Angreifen der Luftverteidigungs- und Radarinfrastruktur in der Nähe von Hormuz erhöht den operativen Einsatz erheblich, und Irans Versprechen, Vergeltung zu üben, hält das Eskalationsrisiko erhöht. Die Möglichkeit, dass Standorte von Drohnenprogrammen getroffen wurden, fügt der Verbreitung eine Dimension hinzu, die eine kurzfristige diplomatische Lösung erschweren könnte. Die Risikoprämien für die Ölversorgung dürften erhöht bleiben, bis es eindeutigere Beweise dafür gibt, dass der Verhandlungskanal tatsächlich intakt ist.
US-Angriffe trafen iranische Luftverteidigungs- und Radarsysteme in der Nähe von Hormus, was Washington als Warnschuss bezeichnete, wobei Beamte darauf bestanden, dass die Aktion die laufenden Friedensverhandlungen nicht zum Scheitern bringen würde.
Zusammenfassung:
Laut Axios, Al Arabiya, Al Jazeera, CNN und Politico unter Berufung auf US-Beamte und iranische Staatsmedien:
- Die US-Angriffe richteten sich gegen iranische Luftverteidigungssysteme und Radaranlagen rund um die Straße von Hormus, die Operation sei noch nicht abgeschlossen
- Möglicherweise wurden auch Standorte angegriffen, die möglicherweise mit dem iranischen Drohnenprogramm in Verbindung stehen, da es Hinweise darauf gibt, dass eine Shahed-Drohne zum Abschuss des Apache-Hubschraubers eingesetzt wurde
- Ein US-Beamter bezeichnete die Angriffe als einen Warnschuss, der eine Botschaft senden und nicht die laufenden Friedensverhandlungen zum Scheitern bringen solle
- Trump soll davon überzeugt sein, dass ein Deal mit dem Iran weiterhin nah dran sei
- Die dem IRGC nahestehenden Medien des Iran versprachen eine entschiedene Reaktion auf das, was sie als US-Aggression unter dem Vorwand des Hubschraubervorfalls bezeichneten
US-Streitkräfte haben den Iran angegriffenEin US-Beamter bezeichnete die Aktion als einen Warnschuss und betonte, dass Washington davon ausgeht, dass die Angriffe die laufenden Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts nicht zum Scheitern bringen werden.
Die Operation, von der bestätigt wurde, dass sie noch andauert, erfolgte wenige Stunden, nachdem das US-Militär seine ersten Vergeltungsschläge als Reaktion auf den Abschuss eines AH-64 Apache-Hubschraubers der US-Armee über der Meerenge durch den Iran am Vortag gestartet hatte. Der Apache wurde von einer Einweg-Angriffsdrohne abgeschossen. Berichten zufolge war dafür eine Drohne vom Typ Shahed verantwortlich. Im Rahmen der erweiterten Operation haben US-Streitkräfte möglicherweise auch Infrastruktur im Zusammenhang mit dem iranischen Drohnenprogramm ins Visier genommen.
Irans Staatsmedien und die mit dem IRGC verbundene Nachrichtenagentur Tasnim sagten, Teheran werde eine entschiedene Antwort auf das geben, was sie als amerikanische Aggression bezeichneten, und lehnten Washingtons Darstellung des Apache-Vorfalls als Rechtfertigung ab. Die Drohung mit iranischen Vergeltungsmaßnahmen hält das Risiko einer weiteren Eskalation im Fokus.
Dennoch zeigt das Weiße Haus eine bemerkenswert ausgeglichene Haltung. Beamte der Regierung sagten Reportern, dass die Streiks darauf abzielten, eine Botschaft zu senden und nicht die Aussicht auf eine Einigung dauerhaft zu beeinträchtigen, und Trump soll glauben, dass eine Einigung weiterhin in greifbarer Nähe sei. Das gleichzeitige Signalisieren militärischer Maßnahmen und diplomatischer Kontinuität spiegelt den schmalen Grat wider, auf dem sich Washington bewegt, da beide Seiten zumindest nominell weiterhin Gespräche führen.
Die Angriffe ereigneten sich vor dem Hintergrund eines bereits stark gestörten Hormus-Korridors. Die Meerenge, in der vor dem Konflikt etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und LNG transportiert wurde, bleibt für die Handelsschifffahrt weitgehend gesperrt, da Washington und Teheran jeweils wirksame Blockaden gegen die Interessen des jeweils anderen aufrechterhalten.

