Es wird erwartet, dass das FOMC die Zielspanne für den Leitzins unverändert bei 3,50 % bis 3,75 % belässt. Der Konsens geht davon aus, dass bei dieser Sitzung bis zu zwei Andersdenkende für eine Zinserhöhung stimmen werden, wahrscheinlich Fed-Chef Logan und/oder Fed-Chef Hammack. Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) erhalten wir bei diesem Treffen nicht.
Die Prognosen für die Zukunft dürften begrenzt bleiben, da Fed-Vorsitzender Warsh voraussichtlich davon absehen wird, größere politische Signale zu geben, während er gleichzeitig die Datenabhängigkeit und das Engagement der Fed für Preisstabilität betont.
ERKLÄRUNG UND PRESSEKONFERENZ
Die FOMC-Erklärung vom Juni überraschte alle mit ihrer Kürze und Flachheit, sollte aber die Grundlage für künftige Aussagen sein. Der Schwerpunkt liegt hauptsächlich auf der ersten Zeile, in der die Stimmenaufteilung angezeigt wird.
Der Konsens geht von einer 10:2-Stimme aus, wobei Fed-Chef Logan und Fed-Chef Hammack für eine Zinserhöhung stimmen. Das restriktive Szenario besteht darin, dass mehr als zwei Mitglieder für eine Zinserhöhung stimmen (je höher die Zahl der Andersdenkenden, desto größer die restriktive Überraschung). Ein Votum für eine Zinserhöhung durch ein gemäßigtes Mitglied würde ein noch stärkeres Signal senden, dass eine Straffung der Geldpolitik unvermeidlich sein könnte.
Das gemäßigte Szenario ist ein einstimmiges Votum, die Zinsen unverändert zu lassen, ohne Andersdenkende. Da Fed-Chef Hammack als etwas weniger restriktiv gilt als Fed-Chef Logan, würde eine Stimmenteilung von 11:1 immer noch dem Konsens entsprechen. Daher wäre es keine Überraschung und dürfte keine größeren Marktbewegungen auslösen.
Hawkish-Szenario:Im restriktiven Szenario können wir mit einer Aufwertung des US-Dollars und einem Anstieg auf neue Monatshöchststände rechnen. Der S&P 500 und der Nasdaq werden wahrscheinlich sinken, da die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik die künftigen Wachstumserwartungen weiter unter Druck setzt, wobei der Krieg zwischen den USA und dem Iran weiterhin eine wichtige Quelle der Unsicherheit darstellt.
Auf dem Anleihenmarkt würden wir wahrscheinlich eine anfängliche Abflachung des Bärenmarktes erleben, wobei die kurzfristigen Renditen schneller steigen würden als die langfristigen Renditen. Allerdings gehe ich davon aus, dass dies zu einer bullischen Abflachung führen wird, wenn sich der Aktienausverkauf beschleunigt und die Situation zwischen den USA und dem Iran unverändert bleibt. Auch Gold und Silber würden wahrscheinlich auf neue Tiefststände fallen, da die strengeren Finanzbedingungen die Edelmetalle belasten.
Es gibt ein Szenario mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bereits bei dieser Sitzung ihre Zinsen anhebt. In einem solchen Fall würden wir die gleichen Reaktionen erhalten, jedoch mit einer viel stärkeren Dynamik. Die einzige Ausnahme könnte der Anleihenmarkt sein, wo wir wahrscheinlich sofort eine Abflachung des Bullenmarktes erleben würden, da die langfristigen Renditen aufgrund der Erwartung einer Konjunkturabschwächung steigen würden.
Zurückhaltendes Szenario: Im gemäßigten Szenario würden wir wahrscheinlich die gegenteilige Reaktion sehen, indem die Händler die vor der Sitzung festgelegten Absicherungen auflösen würden. Bedenken Sie, dass die Reaktion die etablierten Trends wahrscheinlich nicht umkehren wird, da sich der Fokus schnell wieder auf den Krieg zwischen den USA und dem Iran und die US-Inflationsdaten verlagern würde.
Die größten Nutznießer eines gemäßigten Ergebnisses könnten Gold und Silber sein, da ein längerer Zeitraum der Untätigkeit der Fed die Händler dazu ermutigen könnte, sich auf ein mögliches Stagflationsszenario einzustellen.
Auf der letzten Pressekonferenz machte Fed-Chef Warsh klar, dass er keine Prognosen für die Zukunft abgeben werde, betonte aber auch, dass für Preisstabilität gesorgt werde. Warshs letzter Auftritt fand auf dem EZB-Forum Anfang Juli statt, wo er versprach, jeden zu enttäuschen, der glaubt, er würde eine Inflation über 2 % tolerieren. Das klingt gut, aber Taten sagen mehr als Worte. Händler werden weiterhin nach politischen Signalen und Änderungen seiner früheren Kommentare Ausschau halten.

