Als ob die steigenden Energiepreise angesichts der erneuten Schließung der Straße von Hormus nicht schon genug Kopfzerbrechen bereiten würden, sind auch die Handelskriege wieder in den Vordergrund gerückt.
Am Montag verhängte der US-Präsident zusätzliche Zölle in Höhe von 50 % auf Importe einer breiten Palette von Produkten aus Kanada, „als Reaktion auf die anhaltende Diskriminierung von US-Produkten“. Da die USA noch nicht mit allen Ländern Handelsabkommen geschlossen haben, werden wir in Zukunft möglicherweise weitere Nachrichten dieser Art sehen.
Ist mit einer höheren Inflation zu rechnen?
Die Juli-Zahlen dürften bereits enttäuschend ausfallen, da die Dieselpreise in den USA angesichts der erneuten Spannungen im Nahen Osten erneut die Marke von 5 US-Dollar pro Gallone überschritten haben.
Die Logik ist einfach: Wenn die Dieselpreise steigen, steigen die Kosten für den Gütertransport. Unternehmen sind mit höheren Kosten konfrontiert und geben diese Kosten nach und nach an die Verbraucher weiter. Dadurch steigen nicht nur die Preise für Treibstoff, sondern auch für Lebensmittel, Waren und Dienstleistungen.
Nun geht das Problem über einen potenziellen Ölmangel hinaus, da Russland die Dieselexporte eingeschränkt hat, während China die Raffinerie- und Kraftstofflieferungen gekürzt hat, was bedeutet, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus allein möglicherweise nicht ausreicht.
Was die Zölle betrifft, a Studie der Harvard Business School zeigten, dass die Verbraucher in den sieben Monaten, nachdem die USA umfassende Zölle eingeführt hatten, 43 % der Last schulterten, während die Unternehmen einen Großteil des Rests durch geringere Gewinnmargen auffangen mussten.
Wenn also ein Energieschock den bestehenden Handelsdruck verstärkt, könnte die Inflation wieder anhaltend werden und die Federal Reserve dazu zwingen, die Zinsen doch anzuheben.
Zum Vergleich: Die Märkte preisen derzeit eine 54-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein.
Dennoch, gemessen am anhaltenden Optimismus in den US-Aktienindizes, einschließlich des S&P 500Nasdaq und Dow JonesDie Anleger glauben offenbar nicht, dass diese Entwicklungen große Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werden. Aber wie das Sprichwort sagt, wächst der Appetit oft mit dem Essen.
Was könnte die Stimmung verändern?
Wenn sich das Szenario von Goldman Sachs Group Inc. bewahrheitet, dass Brent-Rohöl bis zum vierten Quartal auf über 120 US-Dollar pro Barrel steigt, könnten die Märkte beginnen, weitere Zinserhöhungen einzupreisen, und die Stimmung könnte sich schnell ändern.
PS: In seiner ersten Aussage vor dem Kongress machte Kevin Warsh klar, dass die Rückkehr der Inflation auf 2 % weiterhin Priorität hat und dass die Fed eine hohe Inflation nicht lange tolerieren wird, was darauf hindeutet, dass die Haltung der Zentralbank nicht allein aufgrund eines Führungswechsels nachlassen wird.

