Zusammenfassungspunkte:
- Asien-Pazifik-Aktien erholten sich von einem frühen Ausverkauf, wobei der Nikkei und der KOSPI einen breit angelegten Aufschwung zurück in den positiven Bereich anführten
- Der PMI für den japanischen Dienstleistungssektor stieg im Juni von 50,0 auf 52,2, wobei ein stärkerer Yen und schwächere Ölpreise zu einer Rotation von Technologiewerten hin zu zyklischen und Verbrauchertiteln führten
- Gold stieg um über 1 %, da schwache US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen einer weiteren Straffung der Fed dämpften
- USD/JPY hielt sich im gedämpften Handel bei rund 161,00-161,50, wobei neue verbale Interventionen des japanischen Finanzministers die Händler vor dem liquiditätsarmen US-Feiertag vorsichtig hielten
- Das kanadische Unternehmen Carney stellte eine 200-Milliarden-Dollar-Pipeline und ein Pathways-Paket zur CO2-Abscheidung vor, während Trans Mountain und Pembina eine neue VLCC-fähige Exportroute in den Pazifik bauen
- Chinas PBOC reduzierte die Käufe von Staatsanleihen im Juni auf ein Neunmonatstief und signalisierte damit wachsende Vorsicht vor weiteren Renditerückgängen
Aktien im asiatisch-pazifischen Raum verzeichneten am Freitag eine solide Erholung, erholten sich von einem frühen Ausverkauf und schlossen in der gesamten Region weitgehend höher ab. Der japanische Nikkei 225 war während der Sitzung unruhig und fiel um bis zu 1,6 %, bevor er die Verluste wieder wettmachen konnte und bis zur Mittagszeit um 0,7 % zulegte, während der breiter gefasste Topix um 0,9 % zulegte. Die Volatilität spiegelte ein Tauziehen zwischen anhaltenden Sorgen über die überzogenen Technologiebewertungen und einer Reihe ermutigender inländischer Daten wider, wobei der KOSPI einen ähnlichen Weg einschlug und ebenfalls im grünen Bereich endete.
Untermauert wurde die Erholung durch stärker als erwartet ausgefallene Zahlen zum japanischen Dienstleistungssektor. Der endgültige S&P Global Japan Services PMI für Juni stieg von neutralen 50,0 im Mai auf 52,2, was das Gefühl bestärkt, dass die Inlandsnachfrage auch bei nachlassenden Exportaufträgen eine Quelle der Widerstandsfähigkeit bleibt. Ein festerer Yen und sinkende Ölpreise trugen dazu bei, eine Rotation weg von Technologietiteln und hin zu zyklischen und verbraucherorientierten Sektoren auszulösen, eine Verschiebung, die Händler bis zur nächsten Woche genau beobachten werden, um Anzeichen für Beständigkeit zu erkennen.
Anderswo war Gold der herausragende Treiber und stieg um mehr als 1 %, nachdem die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag die Erwartungen einer weiteren Straffung der US-Notenbank dämpften. Sowohl die offiziellen Zahlen zu den Beschäftigungsdaten außerhalb der Landwirtschaft als auch die vorangegangene ADP-Veröffentlichung fielen schwächer aus als prognostiziert, was die Bedenken hinsichtlich einer längerfristig höheren Zinsentwicklung linderte und dem Edelmetall deutlichen Rückenwind verschaffte. Im Vergleich dazu entwickelten sich die Öl-Futures deutlich gedämpfter und erzielten im schwankenden Handel nur leichte Zuwächse ohne neue geopolitische Impulse, die die Richtung vorgeben könnten.
Die Devisenmärkte blieben weitgehend gedämpft, obwohl USD/JPY im Bereich von 161,00 bis 161,50 einen etwas geschäftigeren Zwei-Wege-Handel verzeichnete. Die mündliche Intervention des japanischen Finanzministers erhöhte die Vorsicht der Händler und erinnerte daran, dass Tokio weiterhin auf ungeordnete Yen-Bewegungen achtet, auch wenn die breiteren Devisenspannen vor Beginn der wenig gehandelten US-Feiertagssitzung eng blieben.
An der geopolitischen und infrastrukturellen Front nutzte der kanadische Premierminister Mark Carney eine Pressekonferenz, um die Bedingungen eines lang erwarteten Westküsten-Pipeline-Deals bekannt zu geben. Trans Mountain, der staatliche Pipeline-Betreiber, wurde mit dem Bau einer neuen Exportlinie beauftragt, die die Ölsande von Alberta mit einem Hafen im Raum Vancouver verbindet, der sehr große Rohölfrachter umschlagen kann. Der Bau könnte möglicherweise bereits im September 2027 beginnen. Pembina Pipeline ist neben Trans Mountain, Alberta und der Bundesregierung als unverbindlicher Mitbefürworter aufgetreten, während eine dreiseitige Vereinbarung mit Ölsandunternehmen Investitionsanreize mit einer Regulierungsreform verbindet, um sicherzustellen, dass die Pipeline mit voller Kapazität läuft. Carney bezifferte den Gesamtwert der damit verbundenen Projekte, einschließlich der Pathways-Initiative zur CO2-Abscheidung, auf rund 200 Milliarden US-Dollar.
Zum Abschluss der Sitzung zeigten Daten aus China, dass die People’s Bank of China ihre Staatsanleihekäufe im Juni auf den geringsten Umfang seit neun Monaten reduziert hat. Der Rückgang deutet darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich des Risikos weiterer Renditerückgänge oder der Anhäufung überschüssiger Liquidität im System vorsichtiger werden – ein subtiler, aber bemerkenswerter Tonwechsel seitens Peking zu Beginn des dritten Quartals.

