- Zugeständnisse erreichen wir nicht durch Gespräche, sondern durch Raketen
- Wir vertrauen weder auf Garantien noch auf Worte
- Nur Taten sind der Maßstab
- Es werden keine Maßnahmen ergriffen, bevor die andere Seite handelt
- Der Gewinner einer Vereinbarung ist derjenige, der besser auf den Krieg vom nächsten Tag vorbereitet ist
Der iranische Chefunterhändler und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte ausdrücklich, dass der Iran Zugeständnisse nicht durch Gespräche, sondern durch Raketen erhalte, und betonte gleichzeitig, dass der Iran wenig Vertrauen in diplomatische Garantien oder mündliche Zusagen lege.
Die Äußerungen erfolgen inmitten der laufenden diplomatischen Bemühungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten, wo die Verhandlungen durch tiefes Misstrauen, Eskalationen in der Straße von Hormus und Meinungsverschiedenheiten über Sanktionen, Sicherheitsvereinbarungen und die strategischen Fähigkeiten Irans erschwert wurden. Ghalibaf hat wiederholt argumentiert, dass es Washington trotz mehrerer Gesprächsrunden nicht gelungen sei, das iranische Vertrauen wiederherzustellen.
Laut Ghalibaf werden Verhandlungen nicht als ein Prozess angesehen, der auf Vertrauen oder gutem Willen beruht, sondern als eine Arena, in der Macht über die Ergebnisse entscheidet. Seine Aussage, dass „nur Taten das Maß sind“, spiegelt einen seit langem im revolutionären Establishment Irans verankerten Grundsatz wider: Militärischer Einfluss und nachgewiesene Fähigkeiten haben mehr Gewicht als diplomatische Zusicherungen.
Der Kommentar, dass „keine Maßnahmen ergriffen werden, bevor die andere Seite handelt“, signalisiert auch Teherans Beharren auf Gegenseitigkeit. Iranische Beamte haben zunehmend argumentiert, dass frühere Vereinbarungen gescheitert seien, weil der Iran im Voraus Zugeständnisse gemacht habe, während er auf die Erfüllung der Versprechen der USA gewartet habe. In diesem Rahmen würde jedes künftige Abkommen konkrete Schritte der Gegenseite erfordern, bevor Iran in gleicher Weise reagiert.
Der vielleicht bedeutsamste Teil von Ghalibafs Äußerungen war seine Behauptung, dass „der Gewinner einer Vereinbarung derjenige ist, der besser auf den Krieg vom nächsten Tag vorbereitet ist.“ Die Erklärung unterstreicht eine Denkweise, bei der die Sicherheit an erster Stelle steht und die weiterhin die strategischen Berechnungen Irans prägt. Anstatt Diplomatie als Alternative zu Konflikten zu betrachten, legt die Doktrin nahe, dass Verhandlungen nur dann wirksam sind, wenn sie durch eine glaubwürdige militärische Abschreckung gestützt werden.

