Japans Exporte stiegen im März im Jahresvergleich um 11,7 % und übertrafen damit die Prognosen. Ein geringerer Handelsüberschuss und steigende Importkosten verdeutlichen jedoch wachsende Risiken durch Energiepreise und Versorgungsunterbrechungen.
Zusammenfassung:
- Exporte +11,7 % im Jahresvergleich, über den Erwartungen, siebter Anstieg in Folge
-
Importe +10,9 % im Jahresvergleich, deutlich über den Prognosen
-
Handelsüberschuss ¥667 Mrd., unter den Erwartungen
-
Starke Nachfrage aus China, moderates US-Wachstum
-
Höhere Preise unterstützen den Export
-
Energiekosten und Versorgungsunterbrechungen erhöhen das Risiko
-
Die BoJ geht davon aus, dass sie ihre Tendenz beibehalten, aber weiterhin straffen wird
Japans Handelsdaten für März zeigten, dass die Exporte weiterhin in einem soliden Tempo expandieren, gestützt durch eine starke weltweite Nachfrage und höhere Preise, obwohl die zugrunde liegenden Risiken aufgrund steigender Energiekosten und Versorgungsunterbrechungen zuzunehmen beginnen.
Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um 11,7 % und übertrafen damit die Erwartungen eines Anstiegs von 11,0 % und markierten den siebten Wachstumsmonat in Folge. Die Stärke war breit angelegt: Die Lieferungen nach China stiegen um 17,7 %, während die Exporte in die Vereinigten Staaten um bescheidenere 3,4 % stiegen.
Auch die Importe überraschten positiv und stiegen im Jahresvergleich um 10,9 %, während ein Anstieg von 7,1 % prognostiziert wurde. Das stärkere Importwachstum, das zum Teil auf höhere Energiekosten zurückzuführen ist, führte zu einem geringer als erwarteten Handelsüberschuss von 667 Milliarden Yen, der deutlich unter den Erwartungen eines Überschusses von 1,1 Billionen Yen lag.
Trotz der anhaltenden Störungsrisiken im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten und den Einschränkungen rund um die Straße von Hormus ist Japans Exportsektor vorerst widerstandsfähig geblieben. Höhere Exportpreise haben dazu beigetragen, einige der logistischen und Lieferkettenherausforderungen auszugleichen, sodass die Handelsvolumina kurzfristig stabil bleiben konnten.
Die Aussichten werden jedoch komplexer. Steigende Energiepreise wirken sich allmählich auf die Inputkosten aus, insbesondere für Hersteller, die auf importiertes Öl und petrochemische Rohstoffe angewiesen sind. Engpässe bei wichtigen Rohstoffen wie Naphtha haben einige Unternehmen bereits dazu gezwungen, ihre Bestellungen einzustellen, was die aufkommende Belastung unter der Schlagzeile der Exportstärke verdeutlicht.
Japans Wirtschaft zeigt weiterhin Anzeichen einer leichten Erholung, die durch Unternehmensinvestitionen und Auslandsnachfrage gestützt wird, aber die Dynamik bleibt uneinheitlich. Die Kombination aus höheren Importkosten und Lieferengpässen stellt in den kommenden Monaten ein Abwärtsrisiko für Produktion und Verbrauch dar.
Für politische Entscheidungsträger verstärken die Daten einen heiklen Balanceakt. Während robuste Exporte das Wachstum unterstützen, erhöhen die inflationären Auswirkungen höherer Energiepreise und eines schwächeren Yen die Aussichten zusätzlich. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Bank of Japan die Zinssätze auf ihrer bevorstehenden Sitzung unverändert lassen wird, aber weiterhin eine Straffungsneigung verfolgen wird, während sie den Kompromiss zwischen nachhaltigem Wachstum und der Bewältigung des steigenden Preisdrucks findet.

