Investing.com – Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen der Eurozone fielen am Dienstag, als sich die Anleger auf eine Flut von Wirtschaftsindikatoren und wichtigen Reden der Zentralbanken auf dem jährlichen Forum der Europäischen Zentralbank in Sintra, Portugal, vorbereiteten.
Der , der sehr empfindlich auf Änderungen der Zinserwartungen der EZB reagiert, stieg auf 2,52 %. Die Renditen bewegen sich gegenläufig zu den Preisen.
Im Gegensatz dazu blieben die längerfristigen Zinsen – der Maßstab für den Einheitswährungsblock – weitgehend unverändert bei 2,88 % und bewegten sich in der Nähe des Viermonatstiefs.
In einem volatilen Quartal fallen die Renditen von den kriegsbedingten Höchstständen zurück
Die Stabilisierung längerfristiger Benchmarks rundet ein äußerst volatiles Quartal für die europäischen Schuldenmärkte ab.
In den letzten drei Monaten wurden die Renditen von Staatsanleihen durch einen steilen Anstieg der globalen Energiepreise während des Höhepunkts des militärischen Konflikts mit dem Iran auf Mehrjahreshöchststände getrieben.
Die Angst vor systemischen Angebotsschocks zwang die Zentralbanker kurzzeitig dazu, einen „längerfristig höheren“ politischen Kurs zur Bekämpfung der energiebedingten Inflation in Betracht zu ziehen.
Als die Rohölpreise jedoch wieder auf das Vorkriegsgleichgewichtsniveau sanken, kühlten sich die Inflationserwartungen ab und ebneten den Weg für eine anhaltende Anleiherallye, die die Renditen wieder auf ihre aktuellen Mehrmonatstiefs fallen ließ.
Rhetorik der Zentralbank, Sintra unter der Lupe
Auch die Geldpolitik steht im Mittelpunkt, während das jährliche Forum der Europäischen Zentralbank in Sintra, Portugal, fortgesetzt wird.
Die Märkte werden die Bemerkungen von EZB-Chefökonom Philip Lane sowie den Direktoriumsmitgliedern Isabel Schnabel und Frank Elderson analysieren, um Hinweise auf die künftige Entwicklung der Zinssätze in der Eurozone zu erhalten.
Schnabel, der weithin als prominentester politischer Falke der EZB gilt, hat wiederholt davor gewarnt, die restriktive Politik zu schnell zu lockern.
Ihre Haltung verdeutlicht die zunehmende Kluft innerhalb der Zentralbank, da sich der Inflationsdruck zu normalisieren beginnt und sich die Energiekosten stabilisieren.
Die dreitägige Veranstaltung in Sintra wird ihren Höhepunkt in einem mit Spannung erwarteten politischen Panel mit dem neu ernannten Vorsitzenden der US-Notenbank Kevin Warsh finden – seinem ersten großen internationalen Auftritt seit seinem Amtsantritt an der Spitze der US-Notenbank – sowie dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, und dem Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem.
Inflationszahlen aus Frankreich und Deutschland werden im Laufe des Tages erwartet, während Daten für die Eurozone am Mittwoch erwartet werden.

