Die RBNZ wird ihre Zinsentscheidung während des neuseeländischen Handelstages (22:00 Uhr ET / 14:00 Uhr NZT Mittwoch) bekannt geben. Während der Konsens zu einer Erhöhung um 25 Basispunkte tendiert, ist das Ergebnis alles andere als sicher.
Die meisten Ökonomen betrachten die Entscheidung als einen echten Münzwurf zwischen der Beibehaltung des offiziellen Leitzinses bei 2,25 % und einer „Versicherungs“-Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 %.
Erinnern Sie sich daran, dass die Mai-Sitzung mit einem 3:3-Unentschieden endete, wobei Gouverneur Breman die entscheidende Stimme für die Beibehaltung der Zinssätze abgab. Bei diesem Treffen deuteten die Prognosen der RBNZ auf eine weitere Straffung um 50–75 Basispunkte bis Ende 2026 hin. Allerdings haben sich die Argumente für eine weitere Zinserhöhung seitdem abgeschwächt. In diesen Prognosen wurde davon ausgegangen, dass die Ölpreise im Bereich von 95 bis 105 US-Dollar pro Barrel bleiben würden, während der Rohölpreis seit dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran auf rund 65 US-Dollar gefallen ist, was eine der größten Inflationssorgen der Zentralbank zerstreut.
Ökonomen bleiben geteilter Meinung. Der Umfragekonsens von Bloomberg befürwortet eine Erhöhung um 25 Basispunkte, wobei ING und BNY argumentieren, dass eine weitere Erhöhung erforderlich sei, um die Inflationserwartungen vor dem Hintergrund eines immer noch soliden Lohnwachstums und eines angespannten Arbeitsmarktes auf einem stabilen Niveau zu halten. Im Gegensatz dazu geht Westpac davon aus, dass die RBNZ in der Warteschleife bleibt – möglicherweise mit einer einstimmigen Entscheidung – und die meisten Ökonomen großer neuseeländischer Banken gehen davon aus, dass der Straffungszyklus stattdessen im September wieder aufgenommen wird.
Die Marktpreise spiegeln die Unsicherheit wider, da Swaps für diese Sitzung nur eine Straffung um etwa 18 Basispunkte bedeuten. Infolgedessen könnte eine Entscheidung, die Zinsen beizubehalten, zu einer erheblichen gemäßigten Neubewertung des neuseeländischen Dollars führen. Dennoch könnten sich die begleitende Erklärung und die Pressekonferenz von Gouverneur Breman letztendlich als wichtiger für die Märkte erweisen als die Zinsentscheidung selbst.
Aus technischer Sicht erholte sich der NZDUSD zunächst nach der RBNZ-Sitzung am 27. Mai und erreichte am 29. Mai ein Hoch von 0,5993. Diese Bewegung übertraf kurzzeitig das Hoch vom 6. Mai von 0,59898 um nur vier Pips, bevor ihm die Dynamik ausging und er nach unten zurückkehrte.
Die Umkehr fiel mit einer dramatischen Veränderung auf dem Ölmarkt zusammen. Rohöl wurde am 29. Mai bei etwa 88 US-Dollar pro Barrel gehandelt, kletterte am 3. Juni kurzzeitig auf 97 US-Dollar und brach dann am 26. Juni auf ein Tief von 67,04 US-Dollar ein. Als die Energiepreise fielen, begannen die Händler, die Erwartungen einer weiteren Straffung des RBNZ zurückzunehmen, was den neuseeländischen Dollar belastete.
Seit der Talsohle hat NZDUSD eine korrigierende Erholung erlebt und erreichte 0,5726, bevor es wieder nach unten ging. Dieses Hoch erstreckte sich knapp über dem 38,2 %-Retracement des Rückgangs vom Hoch vom 15. Juni, das bei 0,5716 liegt. Diese Niveaus – 0,5716 bis 0,5726 – stellen nun eine wichtige Aufwärtswiderstandszone dar, die Käufer überwinden müssen, wenn die RBNZ eine restriktive Überraschung liefert. Der 50 %-Mittelpunkt und 0,5744 wären das nächste Aufwärtsziel, gefolgt vom 61,8 %-Retracement nahe 0,5772.
Auf der anderen Seite haben die jüngsten Verkäufe das Paar wieder unter seinen steigenden gleitenden 100-Stunden-Durchschnitt gedrückt, der derzeit bei 0,5692 liegt, während der Preis weiterhin über dem gleitenden 200-Stunden-Durchschnitt von 0,5672 bleibt. Eine Bewegung unter beide gleitenden Durchschnitte würde die kurzfristige technische Tendenz deutlich wieder zugunsten der Verkäufer verschieben und das Risiko eines erneuten Tests des Tiefs vom 26. Juni bei 0,56253 erhöhen.
Das Tages-Chart unterstreicht die Bedeutung der Abwärtsunterstützung auf dem Stunden-Chart. Ein wichtiger Swing-Bereich liegt zwischen 0,5677 und 0,5691. Da der gleitende 200-Stunden-Durchschnitt knapp unter 0,5672 liegt, würde ein anhaltender Durchbruch sowohl unter dem Swing-Bereich als auch unter dem gleitenden 200-Stunden-Durchschnitt die rückläufigen Argumente sowohl auf dem Stunden- als auch auf dem Tages-Chart verstärken (siehe die rot nummerierten Kreise und den gelb hervorgehobenen Bereich im Diagramm unten). Wenn es den Käufern umgekehrt gelingt, diese Unterstützungszone zu verteidigen, bleibt die allgemeine Korrekturerholung intakt.

