Der NZD stieg, nachdem ein stärkerer VPI-Wert die Erwartungen für eine RBNZ-Anhebung im Mai steigerte, während die Anleiherenditen in die Höhe schnellten und das Geschäftsvertrauen schwächer wurde, was ein wachsendes Spannungsverhältnis zwischen Inflationsdruck und verlangsamtem Wachstum verdeutlichte.
Zusammenfassung:
- NZD steigt nach stärker als erwartetem Verbraucherpreisindex
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Die Inflation im ersten Quartal übertrifft den Wert, der jährliche Verbraucherpreisindex bleibt über dem Zielwert
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Die Märkte bewerten die Wahrscheinlichkeit einer RBNZ-Anhebung im Mai bei etwa 45 %
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Die Anleiherenditen steigen, wenn sich die politischen Aussichten ändern
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Das Geschäftsvertrauen sinkt stark
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AUD/NZD fällt, da sich die Zinsdifferenzen verschieben
Der neuseeländische Dollar erstarkte nach einem stärker als erwarteter Inflationsdruck veranlasste die Märkte dazu, die Aussichten für die kurzfristige Geldpolitik neu zu bewerten, wobei die Anleger zunehmend das Risiko einer Zinserhöhung bereits im Mai einpreisten.
Den Daten zufolge stiegen die Verbraucherpreise im Märzquartal um 0,9 %, übertrafen damit die Erwartungen und beließen die jährliche Inflationsrate bei 3,1 % – das zweite Quartal in Folge über der Zielspanne der Reserve Bank of New Zealand von 1–3 %. Obwohl die Veröffentlichung die inflationären Auswirkungen des Nahostkonflikts nur teilweise widerspiegelt, reichte sie aus, um die Markterwartungen erheblich zu ändern.
Die Zinsmärkte bewegten sich schnell und erhöhten die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Mai auf etwa 45 %, was einem deutlichen Anstieg von etwa 25–30 % zuvor entspricht. Auch die Erwartungen für den breiteren Straffungszyklus wurden nach oben korrigiert, wobei die kumulativen Zinserhöhungen nun über den vorherigen Prognosen liegen.
Der Wandel der politischen Erwartungen löste Bewegungen auf allen Märkten aus. Der neuseeländische Dollar legte zu und erholte sich von den jüngsten Tiefstständen, während die Renditen von Staatsanleihen stark anstiegen und einen mehrtägigen Rückgang umkehrten, da sich die Anleger an einen restriktiveren politischen Ausblick gewöhnten.
Die Inflationsüberraschung erfolgt jedoch vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden Geschäftsstimmung. Eine separate Umfrage ergab, dass das Vertrauen im ersten Quartal stark gesunken ist und die Unternehmen zunehmend vorsichtiger geworden sind, da geopolitische Spannungen und höhere Energiekosten die Aussichten belasten. Die Divergenz zwischen fester Inflation und sinkendem Vertrauen verdeutlicht die Herausforderung, vor der die politischen Entscheidungsträger stehen.
Auf der anderen Seite des Tasmanischen Kontinents veränderte sich der australische Dollar kaum, obwohl er gegenüber dem Kiwi an Boden verlor, da sich die Wechselkursunterschiede zu Gunsten Neuseelands bewegten. Der Cross fiel von den jüngsten Mehrjahreshöchstständen zurück, was die Verschiebung der relativen geldpolitischen Erwartungen widerspiegelte.
Die Märkte sind nun mit einer komplexen Mischung aus steigendem Inflationsdruck und nachlassenden Wachstumssignalen konfrontiert, wobei die Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere rund um die Waffenstillstandsfrist, wahrscheinlich eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung sowohl der Entscheidungen der Zentralbanken als auch der allgemeinen Risikostimmung spielen werden.

