Der USD/CHF weitet seine Verluste zum zweiten Mal in Folge aus und wird während der asiatischen Handelszeiten am Freitag bei rund 0,8020 gehandelt. Das Paar verliert an Wert, da der US-Dollar (USD) aufgrund enttäuschender inländischer Arbeitsmarktdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, an Boden verliert, was die Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed lockert.
Laut dem CME-FedWatch-Tool preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 52 % für eine Zinserhöhung im September ein, was einen deutlichen Rückgang gegenüber den 66 % darstellt, die kurz vor der Veröffentlichung eingepreist waren. Aktuelle Bemerkungen von Federal Reserve Der Vorsitzende Kevin Warsh bekräftigte auf der Sintra-Konferenz der EZB nachdrücklich die unabhängige Verpflichtung der Zentralbank zu einem Preisstabilitätsziel von 2 %; Er räumte auch ein, dass sich die Inflationsrisiken und -erwartungen im vergangenen Monat allmählich abgeschwächt haben.
Der US-Arbeitsmarkt zwingt die Wall Street, ihren Zinssatz aggressiv zu überdenken Ausblick. Der Hauptauslöser für diese Verschiebung war der am Donnerstag veröffentlichte Juni-Bericht der Nonfarm Payrolls (NFP). Die US-Wirtschaft hat im vergangenen Monat lediglich 57.000 Arbeitsplätze geschaffen und liegt damit völlig unter dem Marktkonsens von 110.000. Während die Gesamtarbeitslosenquote einen unerwarteten Rückgang von 4,3 % im Mai auf 4,2 % hinnehmen konnte, deutet der starke Einstellungsrückgang deutlich auf eine Abkühlung der Gesamtwirtschaft hin.
Am Donnerstag berichtete das Bundesamt für Statistik der Schweiz, dass die Verbraucherpreise im Juni im Jahresvergleich um 0,5 % gestiegen seien und damit den Prognosen entsprochen hätten, sich jedoch auf den niedrigsten Wert seit März verlangsamt hätten. Die monatlichen Preise blieben unverändert und verfehlten den erwarteten Anstieg von 0,1 %, während die jährliche Kerninflation stabil bei 0,3 % blieb.
Häufig gestellte Fragen zum Schweizer Franken
Der Schweizer Franken (CHF) ist die offizielle Währung der Schweiz. Sie gehört zu den zehn meistgehandelten Währungen weltweit und erreicht ein Volumen, das die Größe der Schweizer Wirtschaft bei weitem übersteigt. Sein Wert wird unter anderem durch die allgemeine Marktstimmung, die wirtschaftliche Verfassung des Landes oder die Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmt. Zwischen 2011 und 2015 war der Schweizer Franken an den Euro (EUR) gekoppelt. Die Wechselkursbindung wurde abrupt aufgehoben, was zu einer Wertsteigerung des Frankens um mehr als 20 % führte und zu Turbulenzen auf den Märkten führte. Auch wenn die Bindung nicht mehr in Kraft ist, korrelieren die CHF-Vermögen aufgrund der hohen Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft von der benachbarten Eurozone tendenziell stark mit denen des Euro.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt als sicherer Hafen bzw. als eine Währung, die Anleger in Zeiten angespannter Märkte tendenziell kaufen. Dies liegt an der wahrgenommenen Stellung der Schweiz in der Welt: Eine stabile Wirtschaft, ein starker Exportsektor, hohe Zentralbankreserven oder eine langjährige politische Haltung zur Neutralität in globalen Konflikten machen die Landeswährung zu einer guten Wahl für risikoscheue Anleger. Turbulente Zeiten dürften den Wert des CHF gegenüber anderen Währungen stärken, deren Anlage als riskanter angesehen wird.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) trifft sich viermal im Jahr – einmal im Quartal, seltener als andere große Zentralbanken –, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Die Bank strebt eine jährliche Inflationsrate von weniger als 2 % an. Wenn die Inflation über dem Zielwert liegt oder in absehbarer Zukunft voraussichtlich über dem Zielwert liegen wird, wird die Bank versuchen, den Preisanstieg durch eine Erhöhung ihres Leitzinses einzudämmen. Höhere Zinssätze wirken sich im Allgemeinen positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Investoren attraktiver machen. Im Gegenteil tendieren niedrigere Zinssätze dazu, den CHF zu schwächen.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in der Schweiz ist für die Beurteilung der Wirtschaftslage von entscheidender Bedeutung und kann sich auf die Bewertung des Schweizer Frankens (CHF) auswirken. Die Schweizer Wirtschaft ist im Großen und Ganzen stabil, aber jede plötzliche Veränderung des Wirtschaftswachstums, der Inflation, der Leistungsbilanz oder der Währungsreserven der Zentralbank kann zu Schwankungen des CHF führen. Im Allgemeinen sind ein hohes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Vertrauen gut für den CHF. Wenn umgekehrt die Wirtschaftsdaten auf eine Abschwächung der Dynamik hindeuten, dürfte der CHF abwerten.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der Gesundheit der benachbarten Volkswirtschaften der Eurozone abhängig. Die Europäische Union im weiteren Sinne ist der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz und ein wichtiger politischer Verbündeter. Daher ist die makroökonomische und geldpolitische Stabilität in der Eurozone für die Schweiz und damit für den Schweizer Franken (CHF) von wesentlicher Bedeutung. Angesichts dieser Abhängigkeit deuten einige Modelle darauf hin, dass die Korrelation zwischen dem Schicksal des Euro (EUR) und des CHF mehr als 90 % oder nahezu perfekt beträgt.

