RBC geht davon aus, dass die globalen Zentralbanken die Zinsen trotz ölbedingter Inflationsrisiken weitgehend beibehalten werden, wobei die politischen Entscheidungsträger Wachstumssorgen in den Vordergrund stellen, während die RBA ein Ausreißer bleibt und eine weitere Straffung wahrscheinlich ist.
Zusammenfassung:
- RBC geht davon aus, dass die großen Zentralbanken die Zinsen trotz ölbedingter Inflationsrisiken beibehalten werden
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Es wird davon ausgegangen, dass der Energieschock das Wachstum dämpft und die Dringlichkeit einer Zinserhöhung verringert
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Fed, BoC, EZB und BoE dürften alle bis 2026 in der Warteschleife bleiben
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RBA gilt als Ausreißer, eine weitere Straffung ist wahrscheinlich
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Inflationserwartungen und Ölpreise bleiben wichtige politische Beobachtungspunkte
Laut einer Forschungsnotiz von RBC dürften die Zentralbanken als Reaktion auf höhere Ölpreise vorsichtig vorgehen und die politischen Entscheidungsträger in naher Zukunft den Wachstumsrisiken Vorrang vor der Inflation einräumen. Die Bank argumentiert, dass energiebedingte Preisschocks typischerweise wie eine Steuer auf die Verbraucher wirken, die Kaufkraft verringern und die Nachfrage dämpfen, was wiederum die Notwendigkeit einer sofortigen Verschärfung der Politik einschränkt.
Bank of Canada: RBC geht davon aus, dass die Bank of Canada in der Warteschleife bleibt, nachdem sie ihren Tagesgeldsatz im März bei 2,25 % belassen hat. Gouverneur Tiff Macklem betonte die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts und der erhöhten Ölpreise. Während die BoC bereit ist, einen anfänglichen Energiepreisanstieg „überzuschauen“, stellt RBC fest, dass ein breiterer oder anhaltenderer Inflationsimpuls eine Reaktion auslösen würde. Es wird erwartet, dass die politischen Entscheidungsträger vorerst auf klarere Daten warten und die Zinssätze bis 2026 unverändert bleiben.
Federal Reserve: Es wird erwartet, dass auch die Federal Reserve stabil bleibt. RBC betont, dass die Fed zwar ihre Inflationsprognosen für 2026 nach oben korrigiert hat, die politischen Entscheidungsträger jedoch weiterhin stark von Daten abhängig sind. Der Vorsitzende Jerome Powell ließ keine starke Neigung zu einer Straffung oder Lockerung erkennen und betonte stattdessen, dass weitere Zinssenkungen weitere Fortschritte bei der Inflation erfordern würden. RBC bleibt daher bei seiner Ansicht, dass die Fed die Zinssätze in diesem Jahr unverändert lassen wird.
Bank of England: RBC geht davon aus, dass die Bank of England eine ähnlich vorsichtige Haltung einnimmt. Die einstimmige Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses, die Zinsen im März bei 3,75 % zu belassen, wurde als restriktiver als erwartet angesehen, wobei die politischen Entscheidungsträger ihre Besorgnis über die inflationären Auswirkungen der höheren Ölpreise zum Ausdruck brachten. Infolgedessen hat RBC seine frühere Erwartung von Zinssenkungen in diesem Jahr aufgegeben und geht nun davon aus, dass die BoE ihre Geldpolitik bis 2026 stabil halten wird.
Europäische Zentralbank: Es wird ebenfalls erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinssätze unverändert lässt, wobei RBC auf ihre Entscheidung vom März verweist, den Einlagensatz bei 2 % zu belassen. Während die EZB angedeutet hat, dass sie bereit ist zu handeln, wenn die Energiepreise weiter steigen und sich die Inflationserwartungen nicht mehr verankern, geht ihr Basisszenario davon aus, dass die aktuellen, durch Futures implizierten Energiepreisentwicklungen es ihr ermöglichen werden, auf Eis zu bleiben.
Reserve Bank of Australia: Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die Reserve Bank of Australia ihre Straffung fortsetzen wird. RBC hebt die jüngste Erhöhung der RBA um 25 Basispunkte und die knappe Stimmenverteilung von 5 zu 4 hervor und weist darauf hin, dass die Meinungsverschiedenheit eher eine Debatte über den Zeitpunkt weiterer Erhöhungen widerspiegelte – ob sofort gehandelt oder abgewartet werden sollte – als Uneinigkeit über die Notwendigkeit weiterer Straffungen an sich. Dies unterstreicht eine weitgehend restriktive Tendenz innerhalb des Vorstands. RBC prognostiziert nun eine weitere Anhebung im Mai, wobei der Endzins auf 4,35 % steigen wird, und verweist auf den anhaltenden inländischen Inflationsdruck und die Unsicherheit darüber, ob die Politik ausreichend restriktiv ist.

