GBP/USD verliert den dritten Tag in Folge an Boden und wird während der asiatischen Handelszeiten am Freitag bei etwa 1,3520 gehandelt. Das Pfund Sterling (GBP) steht weiterhin unter Druck, da Händler ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank of England (BoE) zurückschrauben, da der Optimismus zunimmt, dass die Spannungen im Nahen Osten nachlassen könnten.
BoE Gouverneur Andrew Bailey sagte gegenüber BBC Nachricht Am Donnerstag erklärte die Zentralbank, dass die Zentralbank „keine voreiligen Urteile“ zu Zinserhöhungen fällen werde, während globale politische Entscheidungsträger einen durch den Iran-Konflikt verursachten Energiepreisschock bewältigen. Bailey stellte fest, dass höhere Öl- und Gaspreise zwar die Inflation ankurbeln werden, andere Faktoren Zinsentscheidungen jedoch „sehr, sehr schwierig“ machen.
Die BoE-Politikerin Megan Greene sagte am Mittwoch in einem Bloomberg-TV-Interview, dass die Märkte berechtigt seien, ihre Wetten auf Zinserhöhungen nach dem Anstieg im letzten Monat zurückzunehmen. Greene wies darauf hin, dass die aktuelle Marktpreisgestaltung, die auf zwei oder weniger Tariferhöhungen in diesem Jahr hindeutet, „ungefähr richtig“ sei.
Das GBP/USD-Paar sinkt ebenfalls, da der US-Dollar (USD) steigt, unterstützt durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Häfen nach einem CNN-Bericht, dass die libanesische Armee nach Inkrafttreten des Waffenstillstands mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand durch Israel verzeichnete. US-Präsident Donald Trump gab am Donnerstag bekannt, dass Israel und der Libanon einem zehntägigen Waffenstillstand zugestimmt hätten, der um 17:00 Uhr ET begann.
Der Libanon beschuldigte Israel, „eine Reihe von Aggressionsakten“ begangen zu haben, und wies darauf hin, dass zeitweise Beschuss mehrere Dörfer im Südlibanon getroffen habe. Die Armee forderte die Bewohner außerdem auf, die Rückkehr in die Städte und Dörfer im Süden angesichts der gemeldeten Verstöße gegen den Waffenstillstand zu verzögern.
Allerdings könnte sich die Marktstimmung verbessern, da die Gespräche zwischen Washington und Teheran voraussichtlich am Wochenende wieder aufgenommen werden. Präsident Trump bleibt dabei optimistisch, was die Chancen anbelangt, dass beide Seiten einen dauerhaften Waffenstillstand erreichen könnten, bevor dieser nächste Woche ausläuft.
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für das Pfund Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt ein positiver Nettohandelssaldo eine Währung und umgekehrt gilt ein negativer Saldo.

