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Aviva (LSE: AUS.)-Aktien ziehen bei passiven Anlegern immer mehr Aufmerksamkeit auf sich – und es ist nicht schwer zu verstehen, warum.
Prognosen deuten darauf hin FTSE 100 Die Dividende des Versicherers könnte im nächsten Jahr um 5 % auf 41,3 Pence je Aktie steigen, was der Aktie eine beachtliche Terminrendite von rund 6,6 % bescheren würde.
Das liegt deutlich über dem breiteren FTSE 100-Durchschnitt und könnte es Anlegern ermöglichen, ein überraschend großes Zweiteinkommen anzustreben.
Wie viele Aviva-Aktien würde ein Anleger also benötigen? Und wie realistisch ist dieses Ziel?
Die Zahlen knacken
Um ein passives Einkommen von 1.000 £ pro Monat zu generieren, müsste ein Anleger eine jährliche Dividende von 12.000 £ anstreben.
Basierend auf der von Aviva prognostizierten Dividende von 41,3 Pence pro Aktie wären dafür 29.056 Aktien erforderlich.
Beim heutigen Aktienkurs von 6,20 £ würde der Aufbau einer Position dieser Größe etwa 180.147 £ kosten.
Das ist eindeutig eine beträchtliche Menge Geld. Dies sollte jedoch als langfristiges Endziel betrachtet werden und nicht als etwas, das Anleger im Voraus erreichen müssen.
In der Praxis streben viele Anleger danach, durch regelmäßige monatliche Investitionen schrittweise darauf hinzuarbeiten Dividenden reinvestieren unterwegs, um weitere Aktien zu erwerben. Im Laufe der Zeit kann diese Kombination den Fortschritt in Richtung des Einkommensziels erheblich beschleunigen.
Ist Aviva also eine gute langfristige Investition?
Nachhaltige Dividende
Für Einkommensinvestoren ist die entscheidende Frage nicht, wie die Dividende heute aussieht, sondern ob die zugrunde liegende Ertragskraft ein anhaltendes Wachstum im Laufe der Zeit realistisch unterstützen kann.
Einer der Hauptgründe, warum ich optimistisch bleibe, ist die Art und Weise, wie der Konzern seinen Gewinnmix umgestaltet.
Über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinaus gewinnt die Vermögens- und Altersvorsorgesparte zunehmend an Bedeutung. Das Management strebt bis 2027 einen Vermögensgewinn von rund 280 Millionen Pfund an. Bereits jetzt macht die Sparte fast 10 % des Konzerngewinns aus. Das bedeutet, dass es kein Nebengeschäft mehr ist, sondern sich zu einem bedeutenden zweiten Einkommensmotor entwickelt.
Meiner Ansicht nach ist diese Verschiebung von Bedeutung, da sie die Gewinne nach und nach in Richtung stabilerer, gebührenbasierter Cashflows verlagert und nicht in rein zyklische Versicherungserträge.
Was Sie sehen sollten
Dennoch denke ich nicht, dass das Risiko des Versicherungszyklus ignoriert werden sollte. Die britischen Kfz- und Hausversicherungsmärkte haben sich in den letzten Zeiträumen deutlich abgeschwächt, was zu Druck auf die Versicherungsmargen führen kann.
Auch die Übernahme von Direct Line belastete das Unternehmen zusätzlich Bilanz. Die Solvabilität-II-Quote – ein wichtiger Maßstab für die finanzielle Widerstandsfähigkeit eines Versicherers – sank dadurch. Mit rund 180 % bleibt er aber angenehm im gesunden Bereich.
Die entscheidende Frage für Investoren ist, ob die erwarteten Kosten- und Kapitalsynergien aus der Transaktion im Laufe der Zeit vollständig realisiert werden. Wenn sie sich verzögern oder nicht ausreichen, könnte dies die Flexibilität bei den Kapitalrenditen in den kommenden Jahren einschränken.
Aus meiner Sicht wird dies durch die nachgewiesene Fähigkeit des Managements ausgeglichen, den Zyklus zu steuern. Durch disziplinierte Preisgestaltung, Größenvorteile und eine dominante Marktposition im Vereinigten Königreich in mehreren Geschäftsbereichen hat Aviva immer wieder gezeigt, dass es die Rentabilität auch unter schwierigeren Bedingungen schützen kann.
Mit Blick auf die Zukunft hat ein verstärkter Einsatz von KI in den Bereichen Preisgestaltung, Schadensbearbeitung und Kundenservice das Potenzial, die Kostenbasis strukturell zu verbessern.
Wo bleiben die Anleger heute? Meiner Meinung nach scheinen Aviva-Aktien immer noch eine attraktive Ertragsmöglichkeit zu sein. Es handelt sich natürlich nicht um eine risikofreie Dividendengeschichte – Investieren ist das nie. Aber die Kombination aus Größe, Cash-Generierung und Effizienzsteigerung macht es meiner Meinung nach zu einer Aktie, über die Einkommenssuchende nachdenken sollten.

