Paulson von der Philadelphia Fed sagte, dass die Risiken sowohl für die Inflation als auch für die Aussichten sehr hoch seien und dass eine Zinserhöhung in Betracht gezogen werden könne, wenn das Wachstum über dem Potenzial liegt oder weitere Inflationsrisiken auftauchen.
Früher:
Zusammenfassung:
Das Folgende ist Paulsons weiteren Bemerkungen (Fragen und Antworten) auf einer Fed-Konferenz in Atlanta am Dienstagabend entnommen:
- Paulson sagte, dass die Risiken sowohl für die Inflation als auch für die Wirtschaftsaussichten derzeit „extrem hoch“ seien und dass eine Zinserhöhung in Betracht gezogen werden könnte, wenn das Wachstum über dem Potenzial liegt oder zusätzliche Inflationsrisiken entstehen
- Sie sagte, der aktuelle Arbeitsmarkt fühle sich wie Vollbeschäftigung an, bezeichnete seine Stabilität jedoch angesichts des erhöhten Risikoumfelds als ungewöhnlich und warnte davor, dass ein längerer Iran-Konflikt die Risiken sowohl für die Inflation als auch für die Arbeitslosigkeit erhöhen würde
- Paulson sagte, sie sehe keine Notwendigkeit, die politische Sprache der Fed bei der letzten Sitzung zu ändern, und betonte, wie wichtig es sei, dass die Fed mehrere Kommunikationsformen nutzt, wobei die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen ein Bestandteil sei
- Sie räumte ein, dass es bei der Beurteilung des Einflusses künstlicher Intelligenz auf Produktivität und Inflation noch am Anfang stehe, was darauf hindeutet, dass die Fed zwar beobachtet, aber noch keine festen Schlussfolgerungen zieht
Die Präsidentin der Federal Reserve von Philadelphia, Anna Paulson, verschärfte am Dienstagabend ihren Ton deutlich, indem sie die Risiken sowohl für die Inflation als auch für die allgemeineren Wirtschaftsaussichten als „überhöht“ bezeichnete und deutlich machte, dass eine Zinserhöhung in Betracht gezogen werden könnte, wenn das Wachstum über die potenzielle Rate steigt oder weiterer Inflationsdruck entsteht.
Die auf einer Fed-Konferenz in Atlanta abgegebenen Bemerkungen gehen über die vorsichtige aggressive Haltung ihrer zuvor vorbereiteten Bemerkungen hinaus und stellen das bisher direkteste Signal von Paulson dar, dass der nächste Schritt der Fed eher eine Straffung als eine Lockerung sein könnte. Sie achtete sorgfältig darauf, eine Zinserhöhung als bedingt und nicht als unmittelbar bevorstehend darzustellen, aber die von ihr genannten Bedingungen, ein über dem Potenzialwachstum liegendes Wachstum und steigende Inflationsrisiken, sind angesichts des aktuellen Umfelds keine fernen Szenarien.
Paulson beschrieb, dass sich der Arbeitsmarkt derzeit wie Vollbeschäftigung anfühle, eine positive Einschätzung der zugrunde liegenden Wirtschaftskraft, fügte aber eine wichtige Einschränkung hinzu: Die Stabilität des Arbeitsmarktes sei derzeit ungewöhnlich. Der Kommentar enthält eine implizite Warnung, dass die Fed die aktuellen Bedingungen nicht als verlässlichen Anhaltspunkt für die Zukunft ansieht, insbesondere angesichts des wachsenden Drucks durch den Nahostkonflikt. Sie sagte direkt, dass, wenn der Iran-Konflikt anhält, die Risiken sowohl für die Inflation als auch für die Arbeitslosigkeit weiter steigen würden, eine stagflationäre Kombination, die den politischen Entscheidungsträgern keine klare politische Antwort lässt. Höhere Zinssätze bekämpfen die Inflation, erhöhen aber das Arbeitslosigkeitsrisiko; Das Halten oder Kürzungen wirkt sich positiv auf das Wachstum aus, birgt jedoch das Risiko, dass sich die Inflation verfestigt.
Während des Prozesses sagte Paulson, sie sehe keine Notwendigkeit, die Politiksprache der Fed auf der letzten Sitzung zu ändern, und deutete an, dass der bestehende Rahmen weiterhin ausreichend sei, um die aktuelle Haltung zu kommunizieren. Sie ging auch auf künstliche Intelligenz ein und stellte fest, dass es noch am Anfang steht, zu verstehen, wie sich KI auf Produktivität und Inflation auswirken könnte, ein Bereich, den die Fed beobachtet, in dem sie jedoch noch nicht in der Lage ist, eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die Juni-Sitzung, die erste unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, wird genau beobachtet, um Anzeichen dafür zu erkennen, ob der jetzt bei den regionalen Fed-Präsidenten deutlich erkennbare restriktive Kurs die Richtung widerspiegelt, die der neue Vorsitzende einschlagen will.
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Paulsons Charakterisierung der Risiken als „überhöht“ auf beiden Seiten des Doppelmandats der Fed stellt eine deutliche Eskalation der Sprache eines stimmberechtigten Mitglieds dar und wird die Marktverlagerung weg von Preissenkungen hin zu Preiserhöhungen verstärken. Die ausdrückliche Anerkennung, dass eine Zinserhöhung gerechtfertigt sein könnte, wenn das Wachstum über dem Potenzial liegt oder weitere Inflationsrisiken entstehen, stellt eine Zinserhöhung fest in die erklärte Reaktionsfunktion der Fed und nicht nur als Extremrisiko. Die Beobachtung, dass die aktuelle Arbeitsmarktstabilität „ungewöhnlich“ ist, ist eine subtile Warnung, dass die Bedingungen möglicherweise nicht so günstig bleiben und dass sich die Fed der Fragilität unter der Oberfläche bewusst ist. Für die Energiemärkte ist Paulsons Iran-Kommentar direkt relevant: Ein anhaltender Konflikt erhöht gleichzeitig das Inflations- und Arbeitslosigkeitsrisiko, eine stagflationäre Kombination, die der Fed keine klare politische Reaktion beschert.

