Es ist noch früh am Tag und auch wenn wir sehen, dass die Risikogeschäfte stabiler bleiben, ist die allgemeine Marktstimmung bestenfalls lauer. Die wichtigsten Indizes in Europa beginnen den Tag mit nur geringfügigen Verlusten, während die S&P 500-Futures einen Anstieg von 0,2 % verzeichnen. Das lässt jedoch nicht viel erkennen, insbesondere da die Anleihenmärkte weltweit immer noch unter Druck stehen.
Die 10-Jahres-Renditen in Frankreich näherten sich gestern erneut der 4-Prozent-Marke und sind in diesem Monat immer noch um etwa 26 Basispunkte gestiegen, auf den höchsten Stand seit 2009. Unterdessen steigen die 10-Jahres-Renditen in den USA weiter an und liegen heute bei etwa 4,65 % – dem höchsten Stand seit Anfang 2025. Selbst in Japan ist der Druck groß, denn die 10-Jahres-Renditen bewegen sich bei nahe 2,80 % – dem höchsten Stand seit 30 Jahren.
Dies wird daher weiterhin Druck auf die allgemeine Marktstimmung ausüben, wenn die Talfahrt anhält. Die ruhigere Marktstimmung heute Morgen täuscht also über die anfälligere Lage im Gesamtbild hinweg.
Auch auf dem Ölmarkt ist eine leichte Abkühlung zu beobachten, wobei WTI-Rohöl um 1 % auf derzeit 103,10 $ gefallen ist.
Was die Hauptwährungen betrifft, so hat sich der Dollar insgesamt kaum verändert. Zu Beginn der Sitzung besteht noch nicht viel Appetit, da die Händler in einem vorsichtigeren Risikoumfeld immer noch weitere Gewinne für den Dollar abwägen. Dies wird insbesondere durch den Ausverkauf am Anleihenmarkt verstärkt, da höhere Renditen den Greenback stützen.
Der EUR/USD bleibt in der Nähe von 1,1600 flach, wobei große Optionsabläufe ein möglicher Faktor sein könnten, während der USD/JPY ebenfalls in der Nähe von 159,00 flach bleibt, da dort weiterhin Interventionsrisiken eine wichtige Rolle spielen.
Die Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran bleiben der Hauptrisikofaktor und bisher gibt es noch keinen Durchbruch bei den Gesprächen. US-Präsident Trump verschob Anfang der Woche einen Angriff gegen den Iran, machte dann aber deutlich, dass er dem Iran möglicherweise „einen weiteren Hinweis geben“ müsse, um zu versuchen, die Sache voranzutreiben. Diese Schlagzeile hat gestern dazu beigetragen, die Risikogeschäfte auf Trab zu halten, und wird die Märkte auch zu Beginn des neuen Tages weiterhin belasten.

