- Inflationsziel nicht in der Schwebe
- Das Inflationsziel muss über einen bestimmten Zeitraum erreicht werden. Es ist nicht ratsam, bei jeder Abweichung Maßnahmen zu ergreifen
- Wir werden wachsam sein, wenn sich die Inflation verallgemeinert
- Es werden keine Maßnahmen zur Begrenzung von Kapitalabflüssen in Betracht gezogen
- Wird bei Bedarf Maßnahmen ergreifen, um den spekulativen Devisenhandel einzudämmen
- Annahme für Rohöl bei 95 $ pro Barrel
- Wenn sich die Inflation verallgemeinert, ist es Zeit zu handeln
- Wir werden alles Erforderliche tun, um sicherzustellen, dass wir gute Ströme haben und geordnete Bewegungen für INR aufrechterhalten
In seiner Rede nach der Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses betonte RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra, dass die Zentralbank trotz der jüngsten externen Schocks weiterhin fest an ihrem Inflationsmandat festhält.
Malhotra wehrte sich gegen Vorschläge, dass die RBI eine höhere Inflation tolerieren könnte, um das Wachstum zu unterstützen. Er betonte, dass die Geldpolitik über einen bestimmten Zeitraum beurteilt werden sollte und nicht auf jede kurzfristige Preisabweichung reagiert werden sollte, und warnte gleichzeitig davor, dass die politischen Entscheidungsträger genau beobachten würden, ob der Inflationsdruck breiter wird.
Die Äußerungen unterstreichen den Balanceakt der RBI, da der Iran-Konflikt die Energiemärkte in die Höhe treibt und Indiens Auslandsbilanz unter Druck setzt. Die Zentralbank geht in ihren Basisprognosen von einem durchschnittlichen Rohölpreis von 95 US-Dollar pro Barrel aus, was die erheblichen Risiken widerspiegelt, die von Störungen der globalen Energieversorgung ausgehen.
Während die Gesamtinflation innerhalb der Toleranzspanne der RBI von 2 % bis 6 % bleibt, erhöhte die Zentralbank ihre Inflationsprognose für das Geschäftsjahr auf 5,1 % und senkte ihre Wachstumsprognose auf 6,6 %, um den wirtschaftlichen Kosten höherer Energiepreise und globaler Unsicherheit Rechnung zu tragen.
Malhotra signalisierte, dass die RBI allein aufgrund des ölbedingten Preisdrucks noch nicht bereit sei, ihre Geldpolitik zu straffen. Allerdings unterschied er zwischen vorübergehenden angebotsseitigen Schocks und anhaltender Inflation.
„Wenn sich die Inflation verallgemeinert, ist es Zeit zu handeln“, sagte er und deutete an, dass die Zentralbank aggressiver reagieren könnte, wenn sich höhere Treibstoffkosten auf die Löhne, die Dienstleistungspreise und die allgemeine Verbraucherinflation auswirken.
Der Gouverneur versuchte auch, die Märkte hinsichtlich der Rupie zu beruhigen, die in diesem Jahr aufgrund steigender Ölimportkosten und ausländischer Kapitalabflüsse nachhaltig unter Druck geraten ist. Die Währung hat im Jahr 2026 trotz wiederholter Interventionen etwa 5–6 % gegenüber dem US-Dollar verloren.
Malhotra erklärte, dass derzeit keine Maßnahmen zur Begrenzung von Kapitalabflüssen in Betracht gezogen würden, ein wichtiges Signal für Anleger, die sich Sorgen über mögliche Kapitalkontrollen machen. Stattdessen bekräftigte er das Engagement der RBI für die Aufrechterhaltung geordneter Marktbedingungen.
Die RBI hat bereits eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, die darauf abzielen, Fremdwährungszuflüsse anzuziehen und die Rupie zu stützen, darunter Anreize für ausländische Investoren in Staatsanleihen, Unterstützung für ausländische Einlagen in Indien und spezielle Devisenfazilitäten für staatliche Unternehmen. Beamte schätzen, dass diese Schritte möglicherweise Zuflüsse in zweistelliger Milliardenhöhe anziehen könnten.
Malhotra fügte hinzu, dass die Zentralbank weiterhin bereit sei, gegen übermäßige Währungsvolatilität einzugreifen, und sagte, dass spekulative Aktivitäten auf den Devisenmärkten bei Bedarf angegangen würden.
Vorerst scheint die RBI damit zufrieden zu sein, in der Warteschleife zu bleiben und zu prüfen, ob der aktuelle Inflationsschock nur vorübergehend bleibt oder sich zu einem festeren Problem entwickelt. Da die Ölpreise jedoch gestiegen sind, die Rupie unter Druck steht und die Inflationsprognosen steigen, deutet die Botschaft vom Freitag darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger sich zunehmend der Möglichkeit bewusst sind, dass ihr nächster Schritt letztendlich eher eine Zinserhöhung als eine weitere längere Pause sein könnte.

