Wichtige Erkenntnisse:
- Spot-Bitcoin-ETF-Abflüsse in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar schüren Abwärtsängste, aber diese Kennzahl ist in der Regel rückblickend.
- Ein anhaltender Rabatt auf Stablecoins in China deutet auf eine breite Kapitalflucht aus den Kryptowährungsmärkten hin.
Bitcoin (BTC) erholte sich am Mittwoch um 77.000 US-Dollar, da die breiteren Risikomärkte eine leichte Entspannung erlebten, nachdem die Rohölpreise der Sorte Brent unter 108 US-Dollar gefallen waren. Allerdings haben große Abflüsse aus börsengehandelten Spot-Bitcoin-Fonds (ETFs) die Händler dazu gezwungen, die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Abwärtsrisikos neu zu bewerten, insbesondere angesichts der anhaltenden Befürchtungen, dass dies der Fall sein könnte globalen Wirtschaftsabschwung.
Russell 2000 Index-Futures (links) vs. Bitcoin/USD (rechts). Quelle: TradingView
Die Preisbewegung von Bitcoin folgte genau dem US-amerikanischen Small-Cap-Aktienindex, was darauf hindeutet, dass makroökonomische Faktoren derzeit die Bewegung vorantreiben. Der Russell 2000 Index schließt die 1.000 größten Unternehmen aus und schützt ihn so vor der starken Konzentration von Technologieaktien.
Die Abflüsse aus in den USA notierten Spot-Bitcoin-ETFs beliefen sich in den sieben Tagen vor Dienstag auf insgesamt 2 Milliarden US-Dollar, was Befürchtungen einer tieferen Preiskorrektur unter 75.000 US-Dollar weckte.

Tägliche Nettozuflüsse des in den USA notierten Spot-Bitcoin-ETFs, USD. Quelle: SoSoValue
Händler richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den Bereich der künstlichen Intelligenz, wobei Nvidia (NVDA US) voraussichtlich nach US-Marktschluss seine Quartalsergebnisse fallen lässt. Nach Laut Yahoo Finance befürchten Anleger, dass die Konkurrenz von AMD (AMD US), Amazon (AMZN US) und Google (GOOG US) auf sie zukommt.
Stablecoin-Flüsse in China zeigen eine schwache Nachfrage nach Krypto
Egal Die Nvidia-Ergebnisse vom MittwochDie Stablecoin-Ströme in China zeigen einen deutlichen Mangel an Interesse der Anleger an Kryptowährungen.

USD-Stablecoin-Aufschlag/Abschlag im Verhältnis zum USD/CNY-Wechselkurs. Quelle: OKX
Stablecoins wurden mit einem Abschlag von 0,4 % gegenüber dem offiziellen chinesischen Yuan-US-Dollar-Wechselkurs gehandelt, was auf eine erhöhte Nachfrage zum Ausstieg aus den Kryptomärkten hindeutet. Unter neutralen Bedingungen weist die Kennzahl aufgrund der strengen chinesischen Kapitalkontrollen und der regulatorischen Risiken bei Arbitragegeschäften in der Regel einen Aufschlag von 0,3 % bis 0,8 % auf.
Ein Teil dieser marktweiten Risikoaversion lässt sich auf die hartnäckigen Ölpreise und die steigenden Renditen von US-Staatsanleihen zurückführen. Der Verkaufsdruck auf Staatsanleihen deutet auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der Federal Reserve hin, eine wirtschaftliche Rezession abzuwenden, ohne eine größere Währungsverwässerung auszulösen.
Erhöhte Energiekosten führen zu einem anhaltenden Inflationsdruck und schränken letztendlich die Fähigkeit der Zentralbank ein, expansive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.
Die Nachfrage nach Bitcoin-Preisabsicherungen signalisiert mangelndes Vertrauen
Die Stärke von Technologieaktien verdeckt breitere wirtschaftliche Risiken. Meta (META US) kündigte einen weltweiten Personalabbau von 10 % an, während Cloudflare (NET US) 20 % seines Personals abbaut. Am Mittwoch bestätigte der CEO von Intuit (INTU US), dass das Unternehmen 17 % seiner Mitarbeiter entlässt.

Put-to-Call-Volumenverhältnis von Bitcoin-Optionen bei Deribit. Quelle: Leichtigkeit
Das Volumen der auf Deribit gehandelten Bitcoin-Put-(Verkaufs-)Optionen übertraf am Dienstag nach Angaben der Händler die entsprechenden Call-(Kauf-)Instrumente um 42 % suchte nach Abwärtsschutz. Diese Kennzahl hat sich gegenüber dem Call-Optionsvorteil von 56 % der Vorwoche, als Bitcoin mit 82.000 US-Dollar flirtete, vollständig zurückgezogen. Im Wesentlichen reagieren Händler auf die jüngsten Preisbewegungen, anstatt sie vorherzusehen.
Makroökonomische Trends und hochriskante KI-Gewinnprognosen dominieren weiterhin den Nachrichtenfluss, was es für Bitcoin schwierig macht, wieder eine nachhaltige Aufwärtsdynamik zu erlangen. Sollten die Ergebnisse von Nvidia die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen, könnte Bitcoin erneut die 75.000-Dollar-Marke testen. Dennoch sind die bloßen 2-Milliarden-Dollar-Spotabflüsse von Bitcoin-ETFs rückwärtsgewandt und lassen kaum auf strukturelle rückläufige Erwartungen schließen.

