Chinas Oberste Volksstaatsanwaltschaft hat eine Reihe von Empfehlungen veröffentlicht, die die Art und Weise, wie das Land Geldwäsche im Zusammenhang mit Kryptowährungen untersucht und strafrechtlich verfolgt, neu gestalten würden, einschließlich eines Vorschlags, die Verwendung von Mixern und Privacy Coins als Beweis für kriminelle Absichten zu behandeln.
Der Artikel, freigegeben in der offiziellen Procuratorial Daily wurde von zwei Staatsanwälten aus dem Yuhu-Bezirk der Provinz Hunan und einem außerordentlichen Rechtsprofessor an der Xiangtan-Universität verfasst.
Die Autoren argumentieren, dass die dezentrale, pseudonyme und grenzüberschreitende Gestaltung virtueller Währungen den rechtlichen Rahmen Chinas überholt und ein dreiteiliges Problem geschaffen habe: die Definition des Straftatbestands, das Sammeln von Beweisen und die Wiedererlangung gestohlener Vermögenswerte.
Im Zentrum der Debatte steht eine Lücke zwischen den Gesetzen. Chinas Anti-Geldwäsche-Gesetz hat Beschränkungen aufgehoben Welche Voraussetzungen für Vortaten gelten, Artikel 191 des Strafgesetzbuchs schränkt dies jedoch noch ein Geldwäsche Gebühren in sieben Kategorien.
Infolgedessen fallen die meisten Krypto-Fälle unter Artikel 312, der die Verschleierung von Erträgen aus Straftaten regelt, eine Anklage, die die Autoren als Sammelbegriff bezeichnen. Sie fordern eine umfassendere Anwendung des Geldwäschegesetzes und ein „Ein Fall, zwei Kontrollen“-Prinzip, das die Ermittler dazu verpflichten würde, bei jeder größeren strafrechtlichen Untersuchung nach Geldwäscheindikatoren zu suchen.
Lastenverschiebungen in Chinas Gerichten
Drei Vorschläge stechen hervor. Die erste, als Blockchain-Selbstauskunft bezeichnete Methode würde On-Chain-Datensätze von öffentlichen Block-Explorern als zuverlässig behandeln, wenn die Hash-Werte übereinstimmen, und ihre Integrität vorläufig feststellen.
Die zweite Möglichkeit würde die Beweislast verlagern: Sobald die Staatsanwaltschaft einen Bericht zur Transaktionskettenanalyse vorlegt, müsste die Verteidigung diesen widerlegen.
Die dritte Möglichkeit würde es den Gerichten ermöglichen, allein aufgrund des Verhaltens auf eine Geldwäscheabsicht zu schließen. Nach diesem Standard würden die Verwendung von Mixern oder Privacy Coins, der Verkauf großer Bestände zu außerbörslichen Preisen oder hochwertige Transaktionen über anonyme Wallets ohne eindeutige Quelle eine Absicht begründen, es sei denn, ein Beklagter bietet eine angemessene Gegenargumentation an.
Die Autoren befassen sich auch mit der Sammlung von Beweisen und weisen darauf hin, dass Mixer, Privacy Coins und dezentrale Börsen mehrschichtige Aufteilungen und Cross-Chain-Transfers ermöglichen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer nachzuvollziehen sind.
Sie schlagen adaptive Regeln für elektronische Daten, abgestufte Beweisstandards und klarere Autorisierungen für technische Maßnahmen wie Echtzeitüberwachung und Verkehrsanalyse vor, mit Einschränkungen zum Schutz personenbezogener Daten und der Cybersicherheit.
Ein weiteres Hindernis stellt die Vermögensrückgewinnung dar. Da der Handel mit Kryptowährungen in China verboten ist, halten die Behörden beschlagnahmte Münzen fest, ohne dass es einen legalen Weg gibt, sie zu liquidieren.
Das Papier empfiehlt eine nationale Plattform zur Lagerung, Bewertung und Entsorgung beschlagnahmter Vermögenswerte über gesetzeskonforme Kanäle sowie einen Expertenausschuss, der Werte anhand von On-Chain-Daten und internationalen Börsenpreisen festlegt.
Sie fordert außerdem bilaterale und multilaterale Vereinbarungen und eine Blockchain-basierte „Kette der justiziellen Zusammenarbeit“, um ins Ausland verschobene Gelder aufzuspüren und einzufrieren.
Die Empfehlungen haben keine Rechtskraft, aber sie signalisieren den chinesischen Gerichten eine mögliche Richtung. Die Vorschläge kommen als chinesischsprachige Geldwäschenetzwerke verarbeitet 16,15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, etwa 20 % der weltweiten Gesamtsumme, so Chainalysis.
Im Jahr 2024 haben chinesische Staatsanwälte Anklage gegen mehr als 3.000 Personen in Fällen von Geldwäsche im Zusammenhang mit Kryptowährungen erhoben, eine Zahl, die das Ausmaß der Herausforderung unterstreicht.

