Das Geschäftsvertrauen in Neuseeland ging im ersten Quartal stark zurück, da die Störungen in Hormuz die Unsicherheit erhöhten. Die Aktivität blieb stabil, aber Einstellungen und Investitionen gingen zurück. Der Inflationsdruck bleibt begrenzt, und es wird weiterhin damit gerechnet, dass die RBNZ später in diesem Jahr mit der Straffung beginnen wird.
- Geschäftsvertrauen in Neuseeland im 1. Quartal -4 % gegenüber 48 % zuvor
- Kapazitätsauslastung in Neuseeland im 1. Quartal 91,2 % gegenüber 89,8 % zuvor
Zusammenfassung:
- Das Geschäftsvertrauen sinkt stark und liegt nahezu auf dem gleichen Niveau
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Die Aktivität stabilisiert sich, bleibt aber schwach
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Einstellungs- und Investitionsabsichten werden negativ
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Bausektor am schwächsten; Fertigung widerstandsfähiger
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Der Inflationsdruck hielt sich in Grenzen, die Unsicherheit nahm jedoch zu
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Die RBNZ geht immer noch davon aus, dass sie etwa im Juli mit dem Straffungszyklus beginnen wird
Das Geschäftsvertrauen in Neuseeland hat sich im Märzquartal stark verschlechtert, wobei die jüngste NZIER Quarterly Survey of Business Opinion die wachsende Vorsicht der Unternehmen unterstreicht, da geopolitische Spannungen und Energieunterbrechungen die Aussichten belasten.
Netto 1 % der Unternehmen erwarten nun eine Verbesserung der Wirtschaftslage, ein deutlicher Rückgang gegenüber 39 % im Vorquartal, was auf einen raschen Stimmungsverlust hindeutet. Der Umfragezeitraum fiel mit dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten und Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus zusammen, die zu höheren Treibstoffkosten und erhöhter Unsicherheit in den globalen Lieferketten geführt haben.
Trotz des starken Rückgangs des Vertrauens waren die Konjunkturindikatoren robuster. Die Unternehmen meldeten weitgehend flache Handelsbedingungen in ihren eigenen Unternehmen, was darauf hindeutet, dass sich die Binnenwirtschaft stabilisiert, wenn auch auf verhaltenem Niveau. Die zukunftsgerichteten Indikatoren zeichnen jedoch ein schwächeres Bild, da die Unternehmen ihre Einstellungs- und Investitionspläne zurückziehen. Im Quartal wurde der Personalbestand netto um 9 % reduziert, und die Investitionsabsichten sowohl für Gebäude als auch für Maschinen wurden negativ.
Die Sektorleistung war uneinheitlich. Der Bausektor war der schwächste Bereich, da die Nachfrage aufgrund steigender Kosten und verringerter Preissetzungsmacht nachließ und sich die Rentabilität verschlechterte. Im Gegensatz dazu blieb die verarbeitende Industrie relativ positiv, unterstützt durch die Exportnachfrage, während der Einzelhandel trotz anhaltendem Margendruck eine zaghafte Umsatzsteigerung verzeichnete.
Kosten- und Preisindikatoren deuten darauf hin, dass der Inflationsdruck vorerst begrenzt bleibt, auch wenn kraftstoffbedingte Kostenschocks allmählich durchzudringen beginnen. Während immer mehr Unternehmen Preiserhöhungen meldeten, blieb der Kostendruck insgesamt weitgehend stabil, was auf eine begrenzte unmittelbare Weitergabe hindeutet.
Mit Blick auf die Zukunft verdeutlicht die Umfrage die zunehmende Unsicherheit im Zusammenhang mit geopolitischen Risiken und innenpolitischen Entwicklungen, einschließlich der bevorstehenden Wahlen. Während die Inflationsrisiken aufgrund von Energieunterbrechungen zum jetzigen Zeitpunkt als gering eingeschätzt werden, werden die politischen Entscheidungsträger die zukunftsgerichteten Preisindikatoren genau beobachten.
Die Ergebnisse bestärken die Erwartungen, dass die Reserve Bank of New Zealand noch in diesem Jahr mit einer Straffung ihrer Geldpolitik beginnen wird, wobei der Juli als möglicher Ausgangspunkt für Zinserhöhungen in Betracht gezogen wird, abhängig von den Inflationserwartungen und dem anhaltenden Kostendruck.
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Der Bericht stellt ein gemischtes Signal für die Politik dar. Schwaches Vertrauen und schwache Prognoseindikatoren raten zur Vorsicht, aber der stabile Inflationsdruck sorgt dafür, dass die Erwartungen weiterhin steigen. Die Märkte dürften weiterhin einen schrittweisen RBNZ-Anhebungszyklus einpreisen, wobei Wachstumsrisiken das Tempo der Straffung begrenzen und das Aufwärtspotenzial des NZD begrenzen.

