Investing.com – Das Pfund Sterling blieb unter Druck, obwohl es am Dienstag gegenüber dem Dollar zulegte, während der Euro in der Nähe seiner jüngsten Höchststände blieb, da die Märkte einen zunehmend restriktiven Hintergrund der globalen Zentralbanken und eine anhaltende energiegetriebene Unterstützung für den Greenback verdauten.
Ab 08:56 ET (12:56 GMT) stieg der Kurs um 0,04 % auf 1,3541, während er um 0,01 % auf 1,1691 abrutschte, was weitgehend den vorherrschenden Intraday-Werten entsprach.
Der Ton in den G10-Devisenmärkten wird weiterhin von der Divergenz der Zentralbanken und der Energiedynamik bestimmt. Die Reserve Bank of Australia erhöhte die Zinsen um 25 Basispunkte auf 4,35 %, was ihre dritte Erhöhung im aktuellen Straffungszyklus darstellte und auf das Auftreten von Zweitrunden-Inflationseffekten verwies.
Dies verstärkt ein breiteres Muster: Währungen, die von restriktiven Zentralbanken und Rohstoffexporten unterstützt werden, wie der australische Dollar und die norwegische Krone, haben seit der Eskalation der Spannungen am Golf Anfang März eine Outperformance erzielt, während energieimportierende Volkswirtschaften mit einer gemäßigteren politischen Haltung, darunter Japan und Schweden, zurückgeblieben sind, da höhere Importkosten ihre Handelsbedingungen belasten.
Der Dollar erhält erneut Unterstützung durch eine Neubewertung der Erwartungen der Federal Reserve. Nach der restriktiven FOMC-Sitzung letzte Woche und den immer noch hohen Energiepreisen sind die Märkte dazu übergegangen, eine zusätzliche Straffung der Fed in diesem Jahr mit etwa 6 bis 7 Basispunkten einzupreisen, eine bemerkenswerte Abkehr von der bisherigen Darstellung einer verzögerten Lockerung.
Die zentrale Debatte konzentriert sich nun darauf, wie die Fed ihr doppeltes Mandat von Inflation und Beschäftigung in Einklang bringt. Die Arbeitsmarktdaten dieser Woche, JOLTS, ADP und die Lohn- und Gehaltsabrechnungen außerhalb der Landwirtschaft vom Freitag werden von entscheidender Bedeutung sein, auch wenn angesichts der jüngsten Datenvolatilität selbst ein schwächerer Lohn- und Gehaltsabrechnungsdruck möglicherweise nicht ausreicht, um die Erwartungen an eine Straffung zu entgleisen.
Die Energiemärkte bleiben für den FX-Ausblick von zentraler Bedeutung. Da es keine nennenswerten Fortschritte bei der Deeskalation in der Golfregion gibt, dürften die erhöhten Preise die kurzfristigen US-Renditen und den Dollar stützen.
Vor diesem Hintergrund geht ING davon aus, dass der Kurs kurzfristig wieder in Richtung der Spanne von 99,00 bis 99,50 tendieren wird.
Für den Euro tendieren die Risiken zunehmend nach unten. Während 1,17 unter den aktuellen Annahmen weiterhin ein angemessener Fair-Value-Anker für EUR/USD bleibt, wächst die Sorge, dass das Risiko einer Versorgungsunterbrechung im Persischen Golf möglicherweise unterbewertet wird.
Ein erneuter Anstieg der Gaspreise würde einen zweiten Energieschock für die Eurozone bedeuten, die Handelsbedingungen weiter verschlechtern und die Währung belasten. Kurzfristig dürfte Öl der Haupttreiber bleiben, wobei die Risiken in Richtung 1,1630-1,1650 tendieren.
Der Ausblick für das Pfund Sterling bleibt ähnlich eingeschränkt. Während der GBP/USD an diesem Tag eine mäßige Widerstandsfähigkeit gezeigt hat, wird seine Richtung weiterhin von externen Treibern dominiert, insbesondere von der Dollarstärke und der Energiepreisdynamik.
Querströme bleiben weiterhin im Fokus, da die Bank of England den Kompromiss zwischen anhaltender Inflation und verlangsamtem Wachstum bewältigen muss, so dass das Pfund im aktuellen Umfeld nur über eine begrenzte unabhängige Dynamik verfügt.

