Das GBP/USD-Paar verzeichnet während der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch leichte Zuwächse nahe 1,3025, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar (USD). Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial für das Hauptpaar begrenzt sein, da die britische Finanzministerin Rachel Reeves im Laufe dieses Monats umfangreiche Steuererhöhungen in ihrem Haushalt andeutete. Die privaten Lohn- und Gehaltsabrechnungen für Oktober in den USA und der ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für Dienstleistungen werden später am Mittwoch veröffentlicht.
Rachel Reeves gab am Dienstag deutlichere Hinweise darauf, dass in ihrem Herbsthaushalt später im November Steuererhöhungen anstehen. Die Sunday Times berichtete, dass Reeves mehr als 100 mögliche Steuer- und Ausgabenoptionen prüfte, wobei der Schwerpunkt auf dem oberen Drittel der Verdiener lag. Reeves betonte ihr Bekenntnis zu ihren Haushaltsregeln und tat dies am Dienstag erneut, indem sie sagte, es sei „eisern“. Das Cable dürfte im Vorfeld des britischen Herbsthaushalts am 26. November auf dem Rückzug bleiben, da die Erwartungen für Steuererhöhungen zunehmen.
Es wird erwartet, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins auf ihrer kommenden Sitzung am Donnerstag bei 4,0 % belassen wird, obwohl die Entscheidung als ausgewogen gilt. Einige glauben, dass die britische Zentralbank die Auswirkungen dieser fiskalischen Maßnahmen abwarten könnte, bevor sie eine Zinsentscheidung trifft.
Die Märkte mussten sich auch mit einem rekordverdächtigen Regierungsstillstand auseinandersetzen, der den Fluss makroökonomischer Daten nahezu zum Erliegen brachte. Händler werden die US-amerikanischen ADP-Gehaltslisten, die später am Mittwoch fällig sind, genau im Auge behalten. Die ADP Nonfarm Employment Change wird voraussichtlich 25.000 neue Arbeitsplätze aufweisen, verglichen mit einem Verlust von 32.000 in der vorherigen Messung. Sollte das Ergebnis stärker ausfallen als erwartet, könnte dies den Greenback stützen und für Gegenwind für das Hauptpaar sorgen.
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt ein positiver Nettohandelssaldo eine Währung und umgekehrt gilt ein negativer Saldo.

