- Die Inflationserwartungen müssen genau auf Anzeichen einer Lockerung beobachtet werden
- Befürchtet, dass die Energiepreise ohne einen klaren Zeitplan für das Ende des Nahostkonflikts länger hoch bleiben könnten
- Wir werden die indirekten Auswirkungen höherer Energiepreise genau im Auge behalten
- Auf diese Weise trägt es zu einer kostentreibenden Inflation in Produktion, Transport und Dienstleistungen bei
- Mögliche Zweitrundeneffekte über die Löhne werden aufgrund der gestaffelten Lohnbildung in Europa erst nach längerer Zeit zum Tragen kommen
Er verrät noch nichts, aber die Märkte werden nach den gestrigen Ereignissen immer noch eine restriktivere Haltung gegenüber der EZB einnehmen. Die obigen Bemerkungen fassen ziemlich gut zusammen, wie die politischen Entscheidungsträger die Situation sehen, aber Tatsache bleibt, dass sie auf die eine oder andere Weise etwas dagegen unternehmen müssen. Sei es, keine Maßnahmen bei den Zinssätzen zu ergreifen (also die finanziellen Bedingungen zu lockern, da die Märkte Zinserhöhungen bereits eingepreist haben) oder sich für eine proaktivere Zinserhöhung zu entscheiden (müssen sie mehr als nur eine symbolische Geste tun?).
Ich gehe davon aus, dass die EZB dies alles so gestalten wird, dass sie in den kommenden Quartalen einige „Versicherungs“-Zinserhöhungen vornehmen wird. Vor allem dann, wenn sich der Nahostkonflikt noch mindestens einen Monat hinzieht.
Auf diese Weise steigt die Einlagenzinsfazilität wieder auf etwa 2,25 % bis 2,50 %, was ihrer Definition nach knapp über dem neutralen Bereich liegt. Das gibt ihnen also einen gewissen Spielraum, bei Bedarf größer zu werden, argumentiert aber auch, dass die Zinsen nicht zu restriktiv sind, sodass sie die Wirtschaft abwürgen. Sie müssen nur den richtigen Dreh finden. Leider ist das jetzt der Job.

