- Der mittelfristige Inflationsdruck bleibt unverändert
- Bereit, bei Bedarf in den Devisenmarkt einzugreifen
- Vollständiger Bericht Hier
SNB-Politikerin Petra Tschudin hat einen Bericht über die globale Wirtschaftsentwicklung und die Geldpolitik in der Schweiz veröffentlicht. Sie stellte fest, dass die Inflationsaussichten trotz des jüngsten energiebedingten Preisdrucks weitgehend unter Kontrolle bleiben. Tschudin sagte, der mittelfristige Inflationsdruck bleibe unverändert, was die Ansicht der SNB bestärkt, dass der jüngste Anstieg der Inflation weitgehend ein kurzfristiges Phänomen und nicht der Beginn eines anhaltenden Inflationsproblems sei.
Zur Erinnerung: Die SNB hat den Leitzins unverändert bei 0,00 % belassen und ihre kurzfristigen Inflationsprognosen aufgrund der weltweit gestiegenen Energiepreise leicht angehoben. Die Zentralbank geht nun davon aus, dass die Inflation in den Jahren 2026 und 2027 durchschnittlich 0,6 % betragen wird, mit einer Inflation von 0,7 % im Jahr 2028, alles bequem innerhalb der Preisstabilitätsspanne der SNB von 0–2 %. Trotz der Aufwärtskorrektur betonte die Bank, dass die zugrunde liegende Inflationsdynamik weitgehend stabil geblieben sei.
Der Höhepunkt der Entscheidung war die Abschwächung der Formulierungen rund um Deviseninterventionen. In der Erklärung vom März hieß es: „Die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt zu intervenieren, hat zugenommen“, im Juni fügten sie jedoch hinzu: „falls erforderlich“.
Der Franken zieht in geopolitischen Krisenzeiten weiterhin die Nachfrage nach sicheren Häfen an. Übermäßige Aufwertungen bergen das Risiko, dass sich die finanziellen Bedingungen verschärfen, indem die Importpreise zu stark gesenkt werden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Exporte geschwächt wird. Für die SNB könnte ein deutlich stärkerer Franken die Inflation wieder in Richtung Deflation treiben, und das will sie vermeiden.
Aktuelle Schweizer Daten unterstützen die abwartende Haltung der SNB. Die Inflation ist leicht gestiegen, nachdem sie Anfang des Jahres nahe Null gelegen hatte, was vor allem auf die Kosten für importierte Energie zurückzuführen ist, aber der inländische Preisdruck bleibt gedämpft. Unterdessen wird erwartet, dass das Schweizer Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 mit rund 1,0 % moderat bleiben wird, wobei sich im Jahr 2027 erst allmählich eine stärkere Dynamik einstellen wird. Diese Kombination aus niedriger Inflation und moderatem Wachstum gibt der SNB Raum, geduldig zu bleiben.

