Zwei aufeinanderfolgende Monate mit verbesserter Stimmung bei den Herstellern sprechen dafür, dass die BoJ ihren prognostizierten Straffungskurs fortsetzt, wobei die Stärke des Chipsektors ein nachfrageseitiges Polster gegen breitere geopolitische Gegenwinde bietet. Die Teilindizes für Chemie und Elektronik, die die Zuwächse anführen, deuten darauf hin, dass die Investitionszyklen für Halbleiter intakt bleiben, ein positives Signal für regionale Lieferketten. Der erwartete starke Rückgang der Stimmung im Transportmaschinensektor von jetzt plus 13 auf minus 13 im September deutet jedoch darauf hin, dass die Automobilhersteller weiterhin dem Risiko einer Unterbrechung der Lieferkette ausgesetzt sind, das ein Rahmenwerk zwischen den USA und dem Iran allein möglicherweise nicht schnell lösen kann. Die von plus-32 auf plus-19 gesunkene Forward Guidance der nicht verarbeitenden Industrie führt zu einer gewissen Vorsicht hinsichtlich der Aussichten für inländische Dienstleistungen.
Der japanische Bericht Reuters Tankan zeigte, dass die Stimmung bei Herstellern im Juni von +8 auf +13 und bei Nicht-Herstellern von +29 auf +32 gestiegen ist, was auf die Halbleiternachfrage zurückzuführen ist, obwohl beide Sektoren künftig schwächere Aussichten sehen.
Zusammenfassung:
Quelle: Reuters Tankan-Umfrage, Juni 2026
- Der Stimmungsindex der Hersteller stieg von +8 im Mai auf +13 im Juni, eine zweite monatliche Verbesserung in Folge, angeführt von einem Anstieg der Chemieindustrie auf +20 von +6 aufgrund der halbleiterbezogenen Nachfrage
- Die Stimmung außerhalb des verarbeitenden Gewerbes stieg von +29 auf +32, wobei Immobilien und Baugewerbe den Anstieg ausmachten
- Die Hersteller gehen davon aus, dass die Stimmung im September bei +13 bleiben wird; Nicht-Hersteller prognostizieren einen Rückgang auf +19 und verweisen auf geopolitische Risiken und Herausforderungen in der Lieferkette
- Der Transportmaschinenbau, zu dem auch die größten japanischen Automobilhersteller gehören, prognostiziert einen starken Rückgang von plus 13 auf minus 13 im September, was auf anhaltende Beschaffungsschwierigkeiten zurückzuführen ist
- Die Umfrage wurde vom 3. bis 12. Juni bei 215 der 490 befragten Unternehmen durchgeführt
- Eine mögliche Formalisierung des US-Iran-Rahmens könnte die Stimmung stützen, aber die Normalisierung der Lieferkette wird voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen
Das japanische Geschäftsvertrauen verbesserte sich im Juni sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor, wobei die Halbleiternachfrage für den Gesamtanstieg sorgte. Allerdings deuten zukunftsgerichtete Indikatoren auf eine vorsichtigere zweite Jahreshälfte hin, wie die jüngste Reuters-Tankan-Umfrage ergab.
Der Stimmungsindex der Hersteller kletterte im Juni von plus 8 im Mai auf plus -13, was den zweiten Monat in Folge mit einer Verbesserung und den stärksten Wert der letzten Monate markiert. Der Chemiesektor führte den Anstieg an, dessen Index von plus 6 auf plus 20 stieg, da Unternehmen trotz eines unsicheren geopolitischen Hintergrunds auf eine stabile Nachfrage von Halbleiterkunden verwiesen. Elektronik- und Maschinenhersteller meldeten ähnliche Bedingungen, wobei die Auftragsbücher durch die Aktivität auf dem Chipmarkt gestärkt wurden.
Nicht-verarbeitende Gewerbe meldeten eine Stimmung von plus 32, gegenüber plus 29 im Mai, wobei das Vertrauen in die Immobilien- und Baubranche zu diesem Anstieg beitrug. Die Nachfrage nach Wohnraum wurde trotz steigender Inputkosten als stabil beschrieben, wobei eine Pipeline neuer Projekte die kurzfristige Aktivität unterstützte.
Der Reuters Tankan ist ein monatlicher Frühindikator für die vierteljährliche Tankan-Konjunkturumfrage der Bank of Japan und wird als Gradmesser für die Unternehmenslage zwischen den offiziellen Messwerten genau beobachtet.
Die Prognose für die Zukunft war gemischter. Die Hersteller gehen davon aus, dass die Stimmung im September unverändert bei plus -13 bleiben wird, was darauf hindeutet, dass die aktuelle Dynamik als nachhaltig angesehen wird, sich aber nicht beschleunigt. Nicht-verarbeitende Unternehmen waren vorsichtiger und prognostizierten einen Rückgang auf plus -19, wobei Unternehmen darauf hinwiesen, dass geopolitische Risiken und Lieferkettenunsicherheiten die Aussichten belasten.
Die stärkste Abweichung gab es bei Transportmaschinen, zu denen die größten japanischen Automobilhersteller gehören. Der Index dieses Sektors dürfte im September von derzeit plus 13 auf minus 13 sinken, was auf anhaltende Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und anhaltende Störungen in den globalen Lieferketten zurückzuführen ist.
Eine Lösung des US-Iran-Konflikts könnte, sofern sie formalisiert wird, in den kommenden Monaten für eine gewisse Entspannung der Stimmung sorgen. Analysten warnten jedoch, dass die Normalisierung der Schifffahrts- und Lieferketten selbst bei einem optimistischen diplomatischen Szenario einige Zeit in Anspruch nehmen würde.

