Der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, und die Präsidentin der Fed von Cleveland, Beth Hammack, waren in einem seltenen Schritt zwei der drei Andersdenkenden der Fed-Erklärung. Sie sind beide mit ihrer Argumentation nicht einverstanden.
- Kashkari: Vor dem Iran: Nachlassende Inflation und stabile Arbeitsplätze deuteten auf allmähliche Kürzungen hin
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Der Iran-Schock erhöht das Risiko einer Stagflation durch Öl- und Versorgungsunterbrechungen
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Hammack: Die Unsicherheit steigt, die Inflationsrisiken nehmen zu, die Lockerungspolitik ist überholt
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Beides: Zinserhöhungen sind wieder auf dem Tisch, wenn die Inflation anhält
Vor dem Iran-Konflikt schien der Weg der Fed relativ sauber zu sein. Die Inflation war tendenziell rückläufig, was auf sinkende Löhne, einen nachlassenden Immobiliendruck und einen wahrscheinlichen Rückgang der durch Zölle bedingten Wareninflation zurückzuführen war. Der Arbeitsmarkt war stabil, wenn auch unspektakulär. In diesem Umfeld empfand Kashkari die Politik als leicht restriktiv und neigte zu eventuellen Kürzungen.
Dieser Rahmen steht nun in Frage. Der Iran-Konflikt führt zu einem neuen Rohstoffschock, wobei die Ölbewegungen bereits mit denen des Ukraine-Krieges vergleichbar sind, jedoch möglicherweise zu engeren Versorgungsengpässen führen, wenn die Straße von Hormus weiterhin unterbrochen bleibt.
Kashkaris Kernargument betraf die Optionalität. Eine Forward Guidance, die Kürzungen impliziert, birgt das Risiko einer vorzeitigen Lockerung der finanziellen Bedingungen. Stattdessen sollte die Fed anerkennen, dass der nächste Schritt in beide Richtungen gehen könnte, je nachdem, wie sich Inflation und Wachstum entwickeln.
Er skizzierte zwei Wege. Eine schnelle Lösung hält die Inflation hoch, aber beherrschbar, was die Fed dazu zwingt, die Zinsen länger zu belassen und langsam zu lockern. Eine anhaltende Störung erhöht das Risiko einer festgefahrenen Inflation und unbegründeter Erwartungen, sodass die Fed möglicherweise eine Straffung vornehmen muss, selbst wenn das Wachstum nachlässt.
Hammacks Kommentare verstärken den Wandel. Sie weist auf robuste Wirtschaftsdaten, einen breiteren Inflationsdruck und eine zunehmende Unsicherheit hin. Insgesamt ist die Botschaft ein Neustart der Reaktionsfunktion: weniger Vertrauen in Kürzungen, mehr Bereitschaft, in beide Richtungen zu reagieren, aber wir werden sehen, ob der Rest des FOMC sich ihnen bei der nächsten Sitzung anschließt und wie der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die Spaltung verwaltet.
Bemerkenswerterweise zitierte Kashkari in seinem Widerspruch zu diesem Diagramm die Inflationserwartungen von UMich. Das sieht nicht gut aus, da diese Umfrage von der Politik völlig vergiftet wird.

