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Selbst wenn der Aktienmarkt in der Nähe von Rekordhochs notiert, verbergen sich für langfristig orientierte Anleger, die bereit sind, über die lauten Schlagzeilen hinauszuschauen, immer noch Chancen für Wachstumsaktien.
Goodwin‘S (LSE:GDWN) möglicherweise ein solides Beispiel. Die Aktien brachen im März an einem einzigen Tag um 47 % ein – ein dramatischer Ausverkauf, der durch ein überraschendes Handelsupdate ausgelöst wurde. Aber wenn man etwas genauer hinschaut, könnte sich daraus insgeheim eine spannende Kaufgelegenheit ergeben haben. Schauen wir genauer hin…
Was macht Goodwin eigentlich?
Goodwin ist ein auf Industrietechnik spezialisierter Konzern, der in zwei Kernbereichen tätig ist.
Der Bereich Maschinenbau stellt hochkomplexe Ventile, Pumpen und Gussteile für einige der anspruchsvollsten Umgebungen der Welt her. Denken Sie an Marineverteidigungsschiffe, nukleare Stilllegungsanlagen und die Infrastruktur für Flüssigerdgas.
Andererseits produziert das Segment Feuerfesttechnik Präzisionsmaterialien für den Schmuckguss und leistungsstarke Industrieanwendungen.
Kurz gesagt, Goodwin ist ein technisch anspruchsvolles Nischenunternehmen, das nur sehr wenige Konkurrenten nachahmen können. Und genau das macht den jüngsten Ausverkauf so interessant.
Warum kam es also zum Absturz der Aktien?
Das Handelsupdate vom März ergab, dass Goodwin unerwartet zwei bedeutende Ausschreibungen im Gesamtwert von rund 60,6 Millionen Pfund verloren hatte. Dazu gehörte ein Vertrag über 45 Millionen Pfund mit dem Sellafield Nuklearstandort und ein 18-Millionen-Euro-Küstenradarvertrag für Estland.
Für ein Unternehmen der Größe von Goodwin ist das ein bedeutender Rückschlag. Fügen Sie einige verzögerte Ventilaussendungen hinzu Naher Osten LNG-Verträge aufgrund geopolitischer Unsicherheit, und die Reaktion des Marktes wird verständlich.
Aber hier ist, was die Panikverkäufer möglicherweise übersehen haben.
Trotz dieser Herausforderungen bekräftigte das Management dennoch seine Prognose für das Gesamtjahr mit einem festen Auftragsbestand der Gruppe von 288 Mio. £. Das liegt daran, dass das Unternehmen weiterhin auf einer bedeutenden Pipeline aktiver Verteidigungs- und Nuklearstilllegungsprojekte sitzt, für die noch keine formellen Verträge abgeschlossen wurden.
Dieses „Schatten“-Auftragsbuch ist ein starker, versteckter Rückenwind. Die Verteidigungsausgaben und die Stilllegung von Kernkraftwerken steigen in ganz Europa sprunghaft an und stellen eine strukturelle Chance dar, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und nicht vergeht.
Ist Goodwin dadurch ein garantierter Gewinner? Natürlich nicht. Wir haben bereits gesehen, wie sich überraschende Ausschreibungsverluste und geopolitische Störungen auf den Aktienkurs von Goodwin auswirken können.
Und da das Segment Feuerfesttechnik stark mit dem globalen Schmuckmarkt verknüpft ist, erweisen sich höhere Edelmetallkosten sowie eine allgemeine Schwäche bei Luxusgütern als Belastung für die Performance.
Wie lautet also das Urteil?
Das Endergebnis
Für langfristig orientierte Anleger ist ein massiver Aktienkursverfall in einem grundsätzlich gesunden Unternehmen mit einem robusten Auftragsbuch und einer verborgenen Projektpipeline genau die Art von Verwerfung, die seltene Kaufgelegenheiten schaffen kann.
Wenn ich Goodwin betrachte, kann ich nicht anders, als das Gefühl zu haben, dass der Markt hier überreagiert hat. Deshalb denke ich bereits darüber nach, dieses Geschäft in mein Portfolio aufzunehmen. Und es ist derzeit nicht die einzige interessante Wachstumsaktie auf meinem Radar.

