Der OECD-Generalsekretär sagte, die Bank of Japan sei bei den Zinssätzen nicht eindeutig hinter der Kurve zurück und forderte eine Reform der internationalen Handelsregeln. Er beschrieb den bevorstehenden Trump-Xi-Gipfel als einen wichtigen Teil dieses Prozesses.
Zusammenfassung:
- Bei der Geldpolitik wird davon ausgegangen, dass die BOJ nicht eindeutig hinter der Kurve zurückbleibt, da die Inflationserwartungen verankert sind und die Lohndynamik sich weiter verstärkt
- Marktverzerrende Praktiken, einschließlich der Nutzung von Subventionen zur Schaffung unfairer Handelsvorteile, müssen wirksamer bekämpft werden, um gut funktionierende globale Märkte zu erhalten
- Eine Reform der regelbasierten internationalen Handelsvereinbarungen ist notwendig, und der Dialog zwischen Präsident Trump und Präsident Xi auf dem Gipfel diese Woche wird als wichtiger Bestandteil dieses umfassenderen Prozesses angesehen
- Als Prioritäten werden die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette, die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und die Bekämpfung unfairer Handelspraktiken genannt
- Auf dem Gipfeltreffen zwischen den USA und China betonte der Generalsekretär, dass der Dialog für die Aufrechterhaltung eines regelbasierten globalen Systems immer wichtig sei
Der OECD-Generalsekretär hat den geldpolitischen Kurs der Bank of Japan maßvoll verteidigt und gleichzeitig eine substanzielle Reform des internationalen Handelssystems gefordert. Dabei bezeichnete er das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping als einen notwendigen, aber unzureichenden Schritt zur Lösung tieferer struktureller Spannungen im Welthandel.
In Bezug auf die Geldpolitik sagte der Generalsekretär, dass die BOJ nicht eindeutig hinter der Kurve zurückbleiben könne, und verwies auf die verankerten Inflationserwartungen und die zunehmende Lohndynamik als Beweis dafür, dass Japans schrittweiser Straffungskurs weiterhin angemessen sei. Die Äußerungen stimmen mit den am Mittwoch veröffentlichten umfassenderen Prognosen der OECD überein, wonach die BOJ ihren Leitzins bis Ende 2027 auf 2 % anheben wird, und deuten darauf hin, dass die Organisation keinen dringenden Grund dafür sieht, dass die Zentralbank diesen Zeitplan trotz des externen Drucks durch den Nahostkonflikt und die Störungen auf dem globalen Energiemarkt beschleunigen sollte.
Beim Thema Handel schlug der Generalsekretär einen dringlicheren Ton an. Marktverzerrende Praktiken, insbesondere die Nutzung staatlicher Subventionen zur Schaffung unfairer Wettbewerbsvorteile, wurden als Probleme identifiziert, die bessere und systematischere internationale Reaktionen erfordern, wenn gut funktionierende globale Märkte erhalten bleiben sollen. Die Bemerkungen haben klare Auswirkungen auf die anhaltenden Spannungen zwischen westlichen Volkswirtschaften und China über die Industriepolitik und die staatliche Unterstützung strategischer Sektoren.
Der Trump-Xi-Gipfel, der später in dieser Woche in Peking stattfinden soll, wurde als wichtiger Moment für den Dialog dargestellt, aber der Generalsekretär achtete darauf, ihn in einen größeren multilateralen Kontext einzubetten. Das bilaterale Engagement zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist wichtig, aber die OECD vertritt den Standpunkt, dass dauerhafte Lösungen eine umfassendere Reform der regelbasierten internationalen Handelsarchitektur erfordern und nicht nur eine kontrollierte Übereinkunft zwischen Washington und Peking.
Auch die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und die wirtschaftliche Sicherheit wurden als Prioritäten hervorgehoben, was die Sorge der OECD widerspiegelt, dass die Schwachstellen, die durch aufeinanderfolgende Schocks seit der Pandemie aufgedeckt wurden, auf systemischer Ebene noch nicht angemessen angegangen wurden.
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Die Einschätzung des OECD-Generalsekretärs, dass die BOJ bei der Inflation nicht deutlich hinter der Kurve zurückbleibt, gibt den Märkten für japanische Staatsanleihen eine gewisse Sicherheit, dass die Zentralbank ihren Straffungskurs wahrscheinlich nicht über die aktuellen Erwartungen hinaus beschleunigen wird, was das unmittelbare Risiko eines starken Renditeanstiegs verringert. Was den Handel anbelangt, so signalisiert die Einstufung des Trump-Xi-Gipfels als wichtiger, aber unzureichender Schritt hin zu umfassenderen, regelbasierten Reformen, dass ein bilaterales Abkommen, das diese Woche erzielt wird, die multilateralen Bedenken hinsichtlich Subventionen und Marktverzerrungen wahrscheinlich nicht ausräumen wird, wodurch die strukturelle Handelsunsicherheit für Lieferketten und Rohstoffströme mittelfristig erhöht bleibt.

