Ich habe zuvor gepostet, dass US-Präsident Donald Trump die für Donnerstagabend geplanten Militärschläge gegen den Iran abgesagt hatte, mit der Begründung, die Verhandlungen hätten die höchsten Ebenen der iranischen Führung erreicht und eine endgültige Vereinbarung könne bald unterzeichnet werden. Das Weiße Haus gab an, dass ein Rahmenabkommen weitgehend angenommen wurde, und Trump deutete an, dass eine formelle Unterzeichnung dieses Wochenende in Europa stattfinden könnte.
Berichten zufolge wurden große Lücken zwischen den Verhandlungsführern geschlossen, was den Optimismus für eine umfassendere Deeskalation nach wochenlangen militärischen Spannungen in der Region schürt.
Weitere Einzelheiten zum vorgeschlagenen Memorandum of Understanding wurden über Al Arabiya bekannt gegeben. Berichten zufolge umfasst der Rahmen einen Waffenstillstand von mindestens 60 Tagen, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen, eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der iranischen Ölexporte, die Fortsetzung der Atomverhandlungen während des Waffenstillstands und die Einstellung der Feindseligkeiten an allen Fronten.
Die Reaktion Teherans ließ jedoch neue Zweifel am Zeitplan aufkommen. Das iranische Außenministerium sagte, Katar und Pakistan seien weiterhin aktive Vermittler, argumentierte jedoch, dass die laufenden US-Maßnahmen den diplomatischen Prozess behindern würden. Darüber hinaus wies das Ministerium Berichte über eine abgeschlossene Vereinbarung als Spekulation zurück und erklärte, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei.
Um die Unsicherheit noch zu verstärken, sagte der Iran, dass die Straße von Hormus trotz gegenteiliger Behauptungen von Trump weiterhin gesperrt sei, was direkt dem Optimismus widerspricht, der den Ölpreis drastisch sinken ließ. Darüber hinaus wurden Explosionen in der Nähe der iranischen Küstenstadt Sirik gemeldet, deren Ursache und Ursprung unklar waren.
Durch den Zusammenschluss befindet sich das Abkommen weitgehend in demselben Zustand wie zuvor: von Washington angekündigt, Rahmendetails kursieren über regionale Medien, wurden jedoch weder von Teheran bestätigt noch in den Bedingungen vor Ort widergespiegelt. Für die Ölmärkte könnte sich die Kluft zwischen der Rhetorik der Deeskalation und der Realität einer immer noch geschlossenen Meerenge als das wichtigere Signal zum Wochenende erweisen.

