Die UBS 2026 Globaler Family Office-Bericht betonte die wachsende Besorgnis über den US-Dollar. Angesichts der geopolitischen Spannungen und der rasch steigenden Staatsverschuldung geben fast drei von zehn Befragten an, dass sie ihr Engagement in auf Dollar lautenden Vermögenswerten bereits reduziert haben oder eine Reduzierung erwägen.
Sollten die restlichen Investoren folgen?
Obwohl der Anteil des Dollars an den globalen Devisenreserven von 59,4 % Ende 2021 auf 56,8 % bis Ende 2025 sank, sind breitere Marktindikatoren wie der US-Dollar-Index (DXY) spiegelt immer noch seine zentrale Rolle im globalen Finanzwesen wider. Der Dollar dominiert das globale Finanzwesen und macht etwa 90 % aller Devisentransaktionen aus.
Das liegt einfach daran, dass es keine besseren Alternativen gibt. Der chinesische Yuan beispielsweise ist nicht frei konvertierbar und unterliegt einer strengen staatlichen Kontrolle. Kapitalkontrollen schränken den Geldverkehr über die Grenzen Chinas ein und schmälern die Attraktivität des Yuan. Kein Wunder, dass Chinas Währung nicht viel an Boden gewann, während der Dollar an Boden verlor. Tatsächlich sank sein Anteil von 2,85 % auf 1,95 %, während der Anteil des Euro nur leicht stieg, von 19,8 % auf 20,3 %. Bewegungen in wichtigen Währungspaaren wie EUR/USD neigen dazu, diese Realität widerzuspiegeln
Was den sinkenden Anteil ausländischer Inhaber von US-Staatsanleihen betrifft, so ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass die US-Schulden schneller gewachsen sind als die ausländische Nachfrage nach Staatsanleihen, und nicht darauf, dass Anleger sie plötzlich aufgeben. Auch hier gibt es einfach keine besseren Alternativen für das Parken von Kapital.
Betrachtet man nun die US-Staatsverschuldung, ist die Situation sicherlich nicht gesund, da die Bundesverschuldung Anfang Mai 39 Billionen US-Dollar überstieg, 100 % des BIP überstieg und von etwa 36 Billionen US-Dollar ein Jahr zuvor gestiegen ist. Es ist jedoch zu bedenken, dass Japan seit Jahren eine deutlich höhere Schuldenquote aufrechterhält, ohne zusammenzubrechen, und mehrere europäische Länder es auch geschafft haben, die hohen Schuldenniveaus aufrechtzuerhalten.
Solange die US-Wirtschaft weiter wächst, die Unternehmensgewinne hoch bleiben und der Dollar seine Position als wichtigste Reservewährung der Welt behält, gibt es kaum Grund, eine bevorstehende Schuldenkrise zu erwarten. Eine echte Schuldenkrise entsteht, wenn Investoren das Vertrauen in die Fähigkeit einer Regierung verlieren, ihre Finanzen zu verwalten, und ein solches Szenario scheint derzeit nicht in Sicht zu sein.
Auch wenn die Renditen von US-Staatsanleihen trotz der Zinssenkungen der Fed nicht gesunken sind, gibt es dennoch keinen Grund, von einer Schuldenkrise in den USA zu sprechen. Je länger die zugrunde liegenden Probleme jedoch anhalten, könnte das Rating der US-Schulden herabgestuft werden, was den Markt volatiler machen und dazu führen könnte, dass Anleger höhere Risikoprämien verlangen.

