Der Ölpreis der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt nach fünf Verlusttagen leicht an und wird im asiatischen Handel am Donnerstag bei rund 75,10 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise gewinnen trotz nachlassender Spannungen im Nahen Osten und Versorgungssorgen an Boden.
Die Rohölpreise könnten sinken, da die BBC am späten Mittwoch berichtete, dass das Weiße Haus bestätigt habe, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian ein vorläufiges Memorandum of Understanding zur Beendigung des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran unterzeichnet hätten. Dieser entscheidenden Exekutivmaßnahme folgt die elektronische Unterzeichnung des ersten Rahmenwerks durch US-Vizepräsident JD Vance und den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf Anfang der Woche.
Ersten Berichten zufolge sieht das historische Abkommen ein 60-tägiges Zeitfenster für die Aushandlung eines endgültigen Friedensabkommens vor, das durch die rasche Wiedereröffnung der kritischen Schifffahrtsroute über die Straße von Hormus und die sofortige Aufhebung schwerer Sanktionen gegen iranische Ölexporte verankert wird. Während das Interimsabkommen erfolgreich einen dauerhaften Waffenstillstand an allen aktiven Fronten etabliert, sollen in den kommenden Monaten komplexere diplomatische Verhandlungen über Nuklearprotokolle und langfristige wirtschaftliche Anreize für Iran fortgesetzt werden.
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) stimmte einstimmig dafür, den Leitzins für Tagesgeld in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. In seiner ersten Sitzung seit seinem Amtsantritt an der Spitze der US-Notenbank sagte der neu ernannte Federal Reserve Der Vorsitzende Kevin Warsh versprach, die Preisstabilität energisch wiederherzustellen.
Jedoch, Gefüttert Die politischen Entscheidungsträger deuteten außerdem an, dass die interne Unterstützung für mögliche Zinserhöhungen später in diesem Jahr zunehmen würde, was auf ein angespannteres Wirtschaftsumfeld hindeutete, das schnell Abwärtsdruck auf die Energiemärkte ausübte.
Die Baisse wird weiter gefestigt Ausblick Für die Energiemärkte veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch ihren monatlichen Ölmarktbericht und prognostizierte bis 2027 einen erheblichen weltweiten Angebotsüberschuss. Während sich der Ölmarkt nach der längeren Schließung der Straße von Hormus allmählich stabilisiert, rechnet die Agentur mit einem starken Ungleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch. Aufgrund einer massiven Erholung der Golfexporte nach dem Krieg und einer steigenden Produktion außerhalb der OPEC+ wird das weltweite Ölangebot voraussichtlich um 8 Millionen Barrel pro Tag (bpd) in die Höhe schnellen und damit die bescheidene Nachfrageerholung von nur 2 Millionen bpd bei weitem übertreffen.
Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl
WTI-Öl ist eine Art Rohöl, das auf internationalen Märkten verkauft wird. WTI steht für West Texas Intermediate, eine der drei Hauptsorten, darunter Brent und Dubai Crude. WTI wird aufgrund seiner relativ geringen Schwerkraft bzw. seines relativ geringen Schwefelgehalts auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten beschafft und über den Hub in Cushing vertrieben, der als „Pipeline-Knotenpunkt der Welt“ gilt. Es ist ein Maßstab für den Ölmarkt und der WTI-Preis wird häufig in den Medien angegeben.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Somit kann das globale Wachstum ein Treiber für eine erhöhte Nachfrage und umgekehrt für ein schwaches globales Wachstum sein. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot stören und sich auf die Preise auswirken. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe großer Ölförderländer, sind ein weiterer wichtiger Preistreiber. Der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, sodass ein schwächerer US-Dollar Öl erschwinglicher machen kann und umgekehrt.
Die wöchentlichen Ölbestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) wirken sich auf den Preis von WTI-Öl aus. Bestandsveränderungen spiegeln schwankende Angebots- und Nachfrageschwankungen wider. Wenn die Daten einen Rückgang der Lagerbestände zeigen, kann dies auf eine erhöhte Nachfrage hinweisen, die den Ölpreis in die Höhe treibt. Höhere Lagerbestände können auf ein erhöhtes Angebot zurückzuführen sein und die Preise drücken. Der API-Bericht wird jeden Dienstag und der EIA-Bericht am darauffolgenden Tag veröffentlicht. Ihre Ergebnisse sind in der Regel ähnlich und liegen in 75 % der Fälle innerhalb von 1 % voneinander. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da es sich um eine Regierungsbehörde handelt.
OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die bei zweimal jährlich stattfindenden Treffen gemeinsam über Förderquoten für die Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI-Öl aus. Wenn die OPEC beschließt, die Quoten zu senken, kann sie das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Wenn die OPEC die Produktion erhöht, hat das den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe, die zehn weitere Nicht-OPEC-Mitglieder umfasst, von denen Russland das bemerkenswerteste ist.

