Das GBP/USD-Paar handelt während der frühen asiatischen Handelsstunden am Mittwoch im negativen Bereich um 1,3245. Händler warten auf die politischen Entwicklungen im Vereinigten Königreich und konzentrieren sich dabei auf die mögliche Führung durch Andy Burnham und die Einhaltung bestehender Haushaltsregeln. Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, wird später am Tag eine Rede halten. Am Donnerstag werden alle Augen auf die US-Arbeitsmarktdaten für Juni gerichtet sein.
Der wahrscheinlich nächste Premierminister des Vereinigten Königreichs, Burnham, versprach am Montag, dass er die Politik des Landes radikal verändern werde, indem er seinen Regionen mehr Macht übertrage und im Rahmen einer zehnjährigen Mission zur Förderung eines „guten“ Wachstums die Zusammenarbeit über Streit hinaus ermutige. Händler werden die Wahl des Finanzministers genau beobachten, was sich als entscheidend für die Zukunft erweisen könnte Ausblick sowohl für das Pfund als auch für den Gilt-Markt.
Keir Starmer sah sich letzte Woche politischem Druck ausgesetzt und kündigte an, dass er als Vorsitzender der regierenden Labour Party zurücktreten werde. Der Zeitplan für die Auswahl eines Nachfolgers sieht vor, dass Burnham bereits am 17. Juli als Premierminister eingesetzt wird, sofern kein anderer Herausforderer auftaucht.
Eine weitere Neubewertung von BoE Die Zinserhöhungserwartungen dürften die Wirtschaft belasten Britisches Pfund (GBP) gegenüber dem US-Dollar (USD). Ökonomen gehen laut Reuters davon aus, dass die britische Zentralbank ihren Leitzins nach früheren Pausen bis zum Jahresende stabil bei 3,75 % halten wird.
Auf der anderen Seite des großen Teichs mindestens drei Federal Reserve Laut dem CME FedWatch Tool erwarten Händler in diesem Jahr Zinserhöhungen der Fed, die derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 64 % für eine Erhöhung im September einpreisen. Händler werden sich stärker an den ADP-Beschäftigungs- und Nonfarm Payrolls (NFP)-Daten für Juni in den USA orientieren, die den Händlern dabei helfen könnten, die Haltung der Fed zu Zinserhöhungen einzuschätzen.
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt ein positiver Nettohandelssaldo eine Währung und umgekehrt gilt ein negativer Saldo.

