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BAE-Systeme‘ (LSE: BA.) Der Aktienkurs ist seit Anfang 2025 um rund 77 % auf etwas über 20 £ pro Aktie gestiegen. Das ist ein großer Schritt für einen FTSE 100 Verteidigungsunternehmer.
Es ist bequem geschlagen Melrose Industries und hinkt etwas hinterher Rolls-Royce.
Ist es also fair, dass neue Anleger fragen, ob sie den Anschluss verpasst haben, und dass sich bestehende Anleger fragen, ob es an der Zeit ist, Gewinne auf die Bank zu legen?
Was hat den Anstieg vorangetrieben?
Leider ziehen sich die globalen Konflikte trotz der Versuche, Friedensabkommen zu schließen, in die Länge. Infolgedessen erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 einen Rekordwert von 2,7 Billionen US-Dollar, was einem realen Anstieg von etwa 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Besonders starke Zuwächse gab es naturgemäß in Europa und im Nahen Osten. Konflikte in diesen beiden Regionen haben dafür gesorgt, dass Verteidigung und Energiesicherheit ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen. Dies wiederum hat die Nachfrage nach Bausätzen und Dienstleistungen seitens der Auftragnehmer in der Branche erhöht.
Auch die eigenen Zahlen von BAE haben beeindruckt. Im Jahr 2025:
- Der Umsatz erreichte 28,3 Mrd. £, ein Anstieg von 8 % im Vergleich zum Vorjahr.
- Der Betriebsgewinn erreichte 2,9 Milliarden Pfund.
- Der unverwässerte Gewinn je Aktie (EPS) stieg auf 68,8 Pence.
Diese lagen alle über dem Vorjahr.
Unterdessen erreichte der Auftragseingang rund 36,8 Mrd. £ und der Auftragsbestand kletterte auf den Rekordwert von 83,6 Mrd. £. Dies gibt der Gruppe eine ungewöhnlich hohe Transparenz über zukünftige Erträge.
Bewertung: eindeutig teuer
Nach einem solchen Lauf sieht BAE nicht billig aus. Wenn wir uns nur ein paar kurze Bewertungskennzahlen ansehen, können wir erkennen, dass die Aktien wie folgt gehandelt werden:
- Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Verhältnis etwa 31.
- Ein Kurs-Buchwert-Multiplikator (KBV) über 5.
- Ein Unternehmenswert für EBIT von etwa 27.
Diese liegen alle deutlich über den typischen langfristigen Durchschnittswerten des Verteidigungssektors.
Vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine lag das voraussichtliche KGV von BAE näher am Zwölffachen des Gewinns, sodass der Markt die Bewertung, die er für die Aktie zu zahlen bereit ist, mehr als verdoppelt hat.
Darüber hinaus bieten Dividenden bei einer Rendite von nur 1,7 % nur ein minimales Einkommenspotenzial. Daher muss der Großteil der Erträge hier aus Kapitalgewinnen und nicht aus Erträgen stammen.
Was sind die Risiken?
Es sind mehrere Risiken zu beachten. Am kritischsten ist die Abhängigkeit von BAE von staatlichen Verteidigungshaushalten. Wenn sich globale Konflikte entwickeln, könnten politische Veränderungen oder Haushaltsumschichtungen das Auftragswachstum verlangsamen.
Aufgrund der zunehmenden Spannungen in Osteuropa und im Nahen Osten verzeichneten die Aktien möglicherweise auch ein ungewöhnlich hohes Wachstum. Historisch gesehen folgt auf solche Phasen oft eine kurzfristige Korrektur, wenn die Spannungen nachlassen.
In der näheren Umgebung hat BAE mit Problemen in den Arbeitsbeziehungen zu kämpfen, darunter Streiks in Teilen seiner britischen Belegschaft. Dies könnte sich negativ auf den Erfolg jüngster Akquisitionen wie Ball Aerospace auswirken.
Das Endergebnis
Für neue Anleger lässt die aktuelle Bewertung kaum Raum für Enttäuschungen. Jeder Rückschlag bei Verträgen, Budgets oder Geopolitik könnte die Aktien kurzfristig hart treffen.
Realistisch gesehen ist es unwahrscheinlich, dass das Wachstum in den kommenden 12 Monaten die spektakulären Zuwächse seit 2025 erreichen wird.
Für bestehende Aktionäre oder geduldige Anleger lohnt es sich dennoch, über die Aktie nachzudenken. Die Kombination aus einem Rekordauftragsbestand, Staatsausgaben und einer wachsenden Dividende hält die langfristige These aufrecht.
Aber für diejenigen, die ein übergroßes Wachstum anstreben, habe ich in letzter Zeit attraktivere Value-Strategien beim FTSE 100 entdeckt.

