Aus heutiger Sicht gehen die Märkte durchaus davon aus, dass die EZB im Juli unverändert bleibt. Die politischen Entscheidungsträger selbst haben bestätigt, dass nur eine „negative Überraschung“ bei den Inflationszahlen vom Juni ihre Denkweise wirklich beeinflussen würde. Und wie wir anhand der Daten sehen können, war die Inflationsdynamik im Juni etwas besser, was der EZB etwas Trost und Luft zum Atmen bieten wird.
Die angebliche „Wiedereröffnung“ der Straße von Hormus sollte dabei eher helfen. Allerdings haben sich die Dinge in der vergangenen Woche verschlechtert und die Unsicherheit über die Zukunft bleibt bestehen.
Der Inflationsdruck dürfte weiterhin so bleiben, da die Märkte auch darauf eingestellt sind, dass die EZB in diesem Jahr wohl nur noch eine Zinserhöhung vornehmen wird. Aus heutiger Sicht haben die Händler einen Schritt für September vollständig eingepreist, wobei bis zum Jahresende etwa 36 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist sind.
Diese Ansicht scheint auch MUFG zu teilen. Das Unternehmen stellt fest, dass:
„Nachdem der EUR/USD erneut versucht hatte, unter die Marke von 1,1400 zu brechen, ist er seitdem über Nacht wieder bis in greifbare Nähe von 1,1450 gestiegen. Der Euro hat vom Rückzug des US-Dollars profitiert, nachdem das FOMC-Protokoll weniger restriktiv als befürchtet ausfiel und der Preis für Brent über Nacht wieder unter 80 US-Dollar pro Barrel fiel Ich tendiere eher zu zwei Wanderungen als zu einer letzten Wanderung.
Die restriktive Neubewertung wurde durch den Anstieg der Ölpreise, der durch erneute Spannungen im Nahen Osten ausgelöst wurde, und restriktive Kommentare von EZB-Vertretern gefördert. EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel wies darauf hin, dass möglicherweise weitere Zinserhöhungen erforderlich seien, und äußerte gleichzeitig seine Besorgnis über die erneuten Spannungen im Nahen Osten. Angesichts des aktuellen Energiepreisniveaus bleiben wir mit unserer Forderung nach einer letzten Erhöhung im September zufrieden.”

