AUD/USD verlängert seinen Rückgang am Dienstag zum dritten Tag in Folge und wird während der asiatischen Handelszeiten nahe 0,6870 gehandelt. Der australische Dollar (AUD) bleibt nach der Veröffentlichung des neuesten Sitzungsprotokolls der Reserve Bank of Australia (RBA) und wichtigen Daten zum Einkaufsmanagerindex (PMI) aus China gedämpft.
Aus dem Protokoll der geldpolitischen Sitzung der RBA vom Juni ging hervor, dass der Vorstand die aktuellen Finanzbedingungen zwar als etwas angespannt einschätzt, aber weiterhin bereit ist, bei Bedarf weitere Zinserhöhungen durchzuführen, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Zentralbank betonte, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten eine doppelte Bedrohung für die Wirtschaftsaussichten darstellt, da er erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Gesamtwachstum birgt.
Was die Wirtschaftsdaten angeht, zeigte China, Australiens enger Handelspartner, im Juni eine stärker als erwartete Widerstandsfähigkeit. Der Beamte PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg von zuvor 50,0 auf 50,3 und übertraf damit die Markterwartungen von 50,1. Gleichzeitig verbesserte sich der NBS-Einkaufsmanagerindex für das nicht verarbeitende Gewerbe von 50,1 im Mai auf 50,2 und übertraf damit deutlich die Konsensprognose eines rückläufigen Drucks von 49,9 und signalisierte eine Expansion in beiden Sektoren.
Das AUD/USD-Paar steht unter Abwärtsdruck, da der US-Dollar (USD) von der zunehmenden restriktiven Stimmung im Zusammenhang mit der Politik der Federal Reserve (Fed) profitiert Ausblick. Dem CME-FedWatch-Tool zufolge kalkulieren Händler inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 60 % für eine Zinserhöhung der Fed bis September. Dieser Stimmungsumschwung hat den Fokus auf die wichtigsten US-Arbeitsmarktberichte dieser Woche erhöht und seinen Höhepunkt in den Nonfarm Payrolls-Daten vom Donnerstag gefunden, die neue Hinweise auf die Zinsentwicklung der Fed liefern werden. Prognostiker gehen derzeit davon aus, dass das Beschäftigungswachstum im Juni bei 114.000 liegen wird, wobei die Arbeitslosenquote voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleiben wird.
Der Greenback erhält auch aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran einen sicheren Hafen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die beiden Nationen nach einem Wochenende voller Feindseligkeiten im Nahen Osten am Dienstag in Doha, Katar, neue Gespräche führen werden, berichtete CNBC.
Teheran hat dieser Behauptung jedoch widersprochen und erklärt, dass auf keiner Ebene Verhandlungstreffen mit Washington geplant seien, da Iran sich weiterhin auf die Umsetzung seines bestehenden Memorandum of Understanding konzentriere und nicht auf die Aufnahme endgültiger Verhandlungen über ein Abkommen.
Häufig gestellte Fragen zum australischen Dollar
Einer der wichtigsten Faktoren für den Australischen Dollar (AUD) ist die Höhe der von der Reserve Bank of Australia (RBA) festgelegten Zinssätze. Da Australien ein ressourcenreiches Land ist, ist ein weiterer wichtiger Faktor der Preis seines größten Exportguts, Eisenerz. Die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft, seines größten Handelspartners, ist ebenso ein Faktor wie die Inflation in Australien, seine Wachstumsrate und seine Handelsbilanz. Die Marktstimmung – ob Anleger risikoreichere Vermögenswerte übernehmen (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off) – ist ebenfalls ein Faktor, wobei Risk-on für den AUD positiv ist.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den australischen Dollar (AUD), indem sie die Höhe der Zinssätze festlegt, die australische Banken einander leihen können. Dies beeinflusst die Höhe der Zinssätze in der Gesamtwirtschaft. Das Hauptziel der RBA besteht darin, eine stabile Inflationsrate von 2-3 % aufrechtzuerhalten, indem die Zinssätze nach oben oder unten angepasst werden. Relativ hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen großen Zentralbanken unterstützen den AUD, im Gegenteil, relativ niedrige. Die RBA kann auch quantitative Lockerungs- und Straffungsmaßnahmen nutzen, um die Kreditbedingungen zu beeinflussen, wobei erstere AUD-negativ und letztere AUD-positiv sind.
China ist Australiens größter Handelspartner, daher hat die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft einen großen Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Wenn es der chinesischen Wirtschaft gut geht, kauft sie mehr Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen aus Australien, wodurch die Nachfrage nach dem AUD steigt und sein Wert steigt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die chinesische Wirtschaft nicht so schnell wächst wie erwartet. Positive oder negative Überraschungen in den chinesischen Wachstumsdaten haben daher oft direkte Auswirkungen auf den Australischen Dollar und seine Währungspaare.
Laut Daten aus dem Jahr 2021 ist Eisenerz Australiens größter Exportartikel im Wert von 118 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wobei China das Hauptziel ist. Der Eisenerzpreis kann daher ein Einflussfaktor für den australischen Dollar sein. Wenn der Preis für Eisenerz steigt, steigt im Allgemeinen auch der AUD, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn der Preis für Eisenerz sinkt. Höhere Eisenerzpreise führen tendenziell auch zu einer größeren Wahrscheinlichkeit einer positiven Handelsbilanz für Australien, was sich auch positiv auf den AUD auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen dem, was ein Land durch seine Exporte verdient, und dem, was es für seine Importe bezahlt, ist ein weiterer Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien begehrte Exporte produziert, wird seine Währung allein durch die Übernachfrage, die von ausländischen Käufern, die seine Exporte kaufen wollen, im Vergleich zu den Ausgaben, die es für den Kauf von Importen ausgibt, an Wert gewinnen. Daher stärkt eine positive Nettohandelsbilanz den AUD, mit dem gegenteiligen Effekt, wenn die Handelsbilanz negativ ist.

