Investing.com – Das Pfund Sterling fiel am Mittwoch unter dem Druck eines stabileren Dollars, da die Märkte vorsichtiger wurden, was die vollständige Einpreisung eines günstigen geopolitischen Ergebnisses angeht.
Ab 04:15 ET (08:15 GMT) fiel er um 0,1 % auf 1,3563, während er um 0,05 % auf 1,1791 abrutschte.
Der Dollar fand Unterstützung, da die Anleger ihren Optimismus im Hinblick auf eine Entspannung der Spannungen im Nahen Osten neu bewerteten, insbesondere da sich die USA und der Iran auf weitere Verhandlungen vorbereiten.
Während die Märkte zunehmend auf ein Deeskalationsszenario tendieren, warnen Analysten, dass die aktuelle Preisgestaltung ein erhebliches Maß an verfrühtem Optimismus widerspiegelt.
Laut Analysten der ING Group bleibt der Dollar trotz geopolitischer Risiken nur leicht über dem Niveau vor dem Konflikt, was darauf hindeutet, dass die Märkte gut auf eine positive Lösung vorbereitet sind. Sie argumentieren, dass das Gleichgewicht der Risiken nun in Richtung eines stärkeren Dollars tendiert, insbesondere wenn die bevorstehenden Verhandlungen keine konkreten Fortschritte bringen.
ING betonte außerdem, dass ein Teil der jüngsten Dollarschwäche auf schwächer als erwartet ausgefallene US-Erzeugerpreisdaten zurückzuführen sei, die dazu führten, dass die Märkte eine Lockerung der US-Notenbank um rund 10 Basispunkte bis zum Jahresende einpreisten.
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass bevorstehende Signale wie das Beige Book der Fed und Kommentare der Zentralbanken die Erwartungen kurzfristig wesentlich verändern werden.
In Europa blieb der Euro nahe seinen jüngsten Höchstständen, wobei sich die Anleger auf die Äußerungen von Christine Lagarde und anderen Vertretern der Europäischen Zentralbank konzentrierten.
Während von der EZB weiterhin weitere Zinserhöhungen erwartet werden, wies ING darauf hin, dass die Unterstützung für den Euro abnehmen könnte und die Risiken für EUR/USD zunehmend nach unten tendieren, sofern keine klaren Fortschritte bei einem Friedensrahmen erzielt werden.
Das Pfund Sterling geriet unterdessen zusätzlich unter Druck, da die Erwartungen an eine Straffung der Bank of England weiter nachließen. Kommentare von Andrew Bailey haben eine vorsichtige Haltung bestärkt, wobei die politischen Entscheidungsträger Geduld betonen und die Risiken einer Zweitrundeninflation herunterspielen.
ING stellte fest, dass die Zinserwartungen für das Vereinigte Königreich bereits gesunken sind und ein weiterer Rückgang der Zinssätze den kurzfristigen Aufwärtstrend des Pfunds begrenzen könnte.
Da keine größeren Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, dürften die Devisenmärkte weiterhin von geopolitischen Entwicklungen, Zentralbanksignalen und Veränderungen in der globalen Risikobereitschaft bestimmt werden, wobei die Positionierung auf eine erhöhte Sensibilität gegenüber einem Stimmungsumschwung schließen lässt.

