
Investing.com — Stripe könnte durch den Erwerb an Verbraucherreichweite, an Umfang bei der Händlerverarbeitung und an einer stärkeren Stablecoin-Position gewinnen PayPal Holdings Inc. (), obwohl Analysten von Cantor Fitzgerald, Bernstein und Mizuho in Frage stellten, ob das gemeldete Angebot von 60,50 US-Dollar pro Aktie einen Deal sichern würde.
Medienberichten zufolge haben Stripe und das Private-Equity-Unternehmen Advent International einen Barvorschlag eingereicht, der PayPal mit etwa 53 Milliarden US-Dollar bewertet. Block Inc. (NYSE:XYZ) wurde ebenfalls als potenzielles Konsortiumsmitglied genannt.
Das Angebot stellt einen Aufschlag von 28 % auf den unbeeinflussten Schlusskurs von PayPal in Höhe von 47,37 US-Dollar dar. Keine Partei hat den Vorschlag öffentlich bestätigt, der Berichten zufolge rund 17 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital und zugesagter Bankfinanzierung umfasst.
Der klarste Anreiz für Stripe ist die Größe. Das private Zahlungsunternehmen verarbeitet jährlich rund 1,9 Billionen US-Dollar, wobei die Braintree-Plattform von PayPal potenziell rund 700 Milliarden US-Dollar einbringen könnte.
Durch die Übernahme von PayPal würde Stripe außerdem Zugang zu 231 Millionen monatlich aktiven Verbrauchern erhalten, darunter 67 Millionen Venmo-Benutzer, sowie zu einem Netzwerk, das etwa 90 % der Online-Händler erreicht.
Venmo könnte eine große Lücke im Geschäft von Stripe schließen. Stripe verfügt über eine starke, händlerorientierte Infrastruktur, jedoch nur begrenzte Sichtbarkeit an der Kasse des Verbrauchers. Die Link-Wallet bleibt weitaus kleiner als die von PayPal und Venmo.
Die Kontrolle über beide Seiten einer Transaktion könnte die Konvertierung an der Kasse, die Betrugserkennung und die Zahlungsökonomie verbessern. Stripe könnte seine Abrechnungs-, Steuer- und Finanzprodukte auch an den Klein- und Großkundenstamm von PayPal verkaufen.
Der Agentenhandel bietet eine weitere Chance. Die Kombination der Verbraucherkonten, Debitkarten, „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Dienste und Transaktionsdaten von PayPal mit dem Händlervertrieb von Stripe könnte von KI-Agenten initiierte Käufe unterstützen.
Stablecoins fügen einen weiteren strategischen Aspekt hinzu. Stripe besitzt den Infrastrukturanbieter Bridge und bietet Stablecoin-Dienste an, darunter PayPal, das eine Marktkapitalisierung von etwa 3 Milliarden US-Dollar hat.
Das Haupthindernis könnte der Preis sein. In der Gesamtanalyse von Cantor lag der Wert von PayPal eher bei 70 US-Dollar pro Aktie, wobei Venmo, Braintree, Branded Checkout und andere Peer-to-Peer-Geschäfte separat berücksichtigt wurden.
PayPal erwirtschaftet außerdem einen jährlichen freien Cashflow von rund 6 Milliarden US-Dollar und verfügt über eine Nettoliquidität. Die Finanzierung eines höheren Angebots könnte den Akquisitionshebel auf das Fünf- bis Sechsfache erhöhen, insbesondere wenn die Cash-Generierung weiterhin schwächer wird.
Zu den operativen Risiken gehören der Rückgang des Marktanteils von Marken-Checkouts, die Integration der modernen Infrastruktur von Stripe in die Altsysteme von PayPal und die Leitung eines großen Verbraucherdienstleistungsunternehmens.
Ein Deal könnte auch zu Konflikten mit Stripe-Kunden und -Partnern führen, darunter Shopify, Klarna und Banken, die mit PayPal konkurrieren. Bestehende PayPal-Abwickler wie Global Payments und Fiserv könnten Geschäfte verlieren, wenn Stripe mehr Aktivitäten auf seine eigenen Systeme verlagert.
Die Regulierungsbehörden prüfen möglicherweise eine Kombination, die jährlich etwa 3,2 Billionen US-Dollar verarbeiten und mehr als 30 % des weltweiten E-Commerce ausmachen würde. Der Vorstand von PayPal wird voraussichtlich am 20. Juli zusammentreten, um strategische Optionen zu prüfen.
